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Verhandlung am Landesgericht: Euskirchener verkauft Drogen aus Garage

Verhandlung am Landgericht : Euskirchener verkaufte Drogen aus der Garage heraus

Ein Euskirchener verkaufte aus der Garage eines Freundes heraus Marihuana. Dafür kassierten die 26- und 23-jährige Männer am Bonner Landgericht nun Haftstrafen.

„Sie sind kein einfacher Straßenhändler mehr“, richtete sich die Vorsitzende Richterin Claudia Gelber in der Begründung ihrer Entscheidung direkt an den älteren Verurteilten. Der 26-Jährige hatte in der Garage eines 23-jährigen Mitangeklagten einen schwunghaften Drogenhandel aufgezogen. Dafür wurde er nun vor der 3. Großen Strafkammer am Bonner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Das Gericht sah den Vorwurf des unerlaubten Drogenhandels als erwiesen an. Der Garagenbesitzer kassierte wegen Beihilfe und Drogenbesitz eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurde. Auch der Ältere erhielt von der Strafkammer eine gute Chance zur Resozialisierung: Er kann seine Strafe im offenen Vollzug absitzen.

Zurück auf den „Pfad der Tugend“

Der 26-Jährige wollte nach seinem eigenen Bekunden allerdings auch schon vor Beginn der nun verurteilten Taten auf „den Pfad der Tugend“ zurückkehren. Das jedenfalls hatte er das Gericht im Laufe der Verhandlung wissen lassen – er war nämlich bereits in den Jahren 2012 und 2016 jeweils zu zweijährigen Bewährungsstrafen verurteilt worden, damals allerdings noch als Jugendlicher. „Dies ist nun Ihre erste Verurteilung nach Erwachsenenstrafrecht“, stellte Gelber heraus und gab dem Verurteilten den Wunsch des Gerichts mit auf den Weg, es möge auch die letzte sein.

Für den Angeklagten sprachen aus Sicht der Richterin durchaus ein paar Punkte: So habe er ja bereits gezeigt, dass er in der Lage sei, auch legale Ziele zu erreichen. Immerhin habe er es trotz schwieriger Kindheit und Jugend ja bis zur mittleren Reife gebracht und auch das Abitur schon einmal avisiert. Außerdem hätten beide Garagendealer durch ihre Geständnisse zur Aufklärung beigetragen.

Taten geschahen teils unter den Augen der Polizei

Die Taten trugen sich zum Teil unter den Augen der Polizei zu. Da aber die zuständige Behörde offenbar personell nicht besonders gut aufgestellt war, gab es Lücken in der Dokumentation. So räumten die im Grundsatz geständigen Angeklagten schließlich nur die nun auch verurteilten fünf Vorfälle ein, ursprünglich angeklagt waren neun Taten.

Knapp zwölf Kilo Marihuana konnten die Ermittler am 27. Januar vergangenen Jahres in der Garage des Mitangeklagten in Euskirchen sicherstellen. Neben dem Marihuana fanden die Ermittler auch noch einige Gramm Kokain und Amphetamin sowie eine nicht funktionsfähige Gaspistole. Der mitangeklagte Garagenbesitzer kam mit einer Bewährungsstrafe davon, weil die Strafkammer davon ausging, dass er als „Miete“ kein Geld, sondern nur Marihuana für den Eigengebrauch erhalten hatte.