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Warte-Chaos am Flughafen Köln/Bonn: Erneut lange Warteschlangen vor Sicherheitskontrolle

Lange Wartezeiten bei Sicherheitskontrolle : Bundespolizei kündigt Aufklärung nach Warte-Chaos am Flughafen Köln/Bonn an

Am Mittwochabend hat es am Flughafen Köln/Bonn erneut lange Warteschlangen vor den Sicherheitskontrollen gegeben. Der Airport will nun gemeinsam mit der Bundespolizei nach Lösungen suchen.

Lange Warteschlangen und verpasste Flüge haben Fluggäste am Flughafen Köln/Bonn verärgert. Einige machten am Mittwoch ihrem Ärger Luft auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Nutzerin schrieb dort zum Beispiel, dass der Flughafen „in puncto ‚Nervenkitzel für die Passagiere steigern‘“ den Berliner Verkehrsbetrieben Konkurrenz mache.

Erneut hatten sich am Abend lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen gebildet. Zahlreiche Passagiere bangten darum, ob sie ihre Flüge erwischen. Bereits in der vergangenen Woche war der Flughafen an seine Grenzen gekommen. Auch ein anderer Twitter-Nutzer postete ein Foto der Warteschlange und schrieb von geschätzt 1000 Menschen, die seit einer Stunde auf den Sicherheitscheck warteten.

Fassungslos über die Zustände am Flughafen Köln/Bonn war auch der Meckenheimer Unternehmer Stefan Pohl. Er musste am Mittwochabend um 19.20 Uhr seinen Flieger zu einem wichtigen Geschäftstermin in Berlin bekommen. Um 18 Uhr war er am Flughafen - mit genügend Vorlauf, wie man meinen sollte. Doch nichts da: „Es hatte sich eine über 300 Meter lange Schlange mit Hunderten wartenden Menschen vor der Sicherheitsschleuse des Flughafens gebildet“, erzählt Pohl. Mehrere Polizisten hätte dabei für Ordnung gesorgt, weil es immer wieder zu lautstarken Diskussionen von Passagieren mit dem Sicherheitspersonal gekommen sei. Auf Nachfrage, was das Problem sei, habe ein Polizist geantwortet: „Fehlendes Personal und technische Probleme bei den Sicherheitsschleusen.“ Informationen von Seiten des Flughafens habe Pohl nicht bekommen. Als sein Flieger startete, stand der Meckenheimer noch immer in der Warteschlange an den Sicherheitskontrollen. Er will nun seinen Rechtsanwalt einschalten.

Der Flughafen verwies darauf, dass die Sicherheitskontrollen in den Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei fallen. Diese setze private Sicherheitsdienstleister für die Fluggastkontrollen ein. „Solche langen Wartezeiten sind für uns nicht akzeptabel und wir haben die Prozessverantwortlichen um Aufklärung gebeten“, teilte Flughafensprecher Alexander Weise mit.

Die Bundespolizei teilte auf Nachfrage mit, sie wolle die Probleme nun mit allen Prozesspartnern - Sicherheitsdienst, Flughafenbetreiber und Airlines - analysieren. „Ein Faktor dafür dürften kurzfristige krankheitsbedingte Ausfälle auf Seiten des Sicherheitsdienstes gewesen sein“, sagte Christian Tiemann, Pressesprecher der Bundespolizei Sankt Augstin am Flughafen Köln/Bonn. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Problemen nachzugehen“, sagte er. Allerdings halte es die Bundespolizei für unwahrscheinlich, dass Krankheitsausfälle der einzige Faktor seien, die zu den langen Warteschlangen geführt hatten. Auch ein erhöhtes spontanes Fluggastvorkommen sowie Flugumleitungen spielten demnach eine Rolle. Die Lage vor den Sicherheitsschleusen habe sich inzwischen aber normalisiert, es gebe keine langen Wartezeiten mehr, sagte der Sprecher am Donnerstagnachmittag.

Die Bundespolizei weist zudem darauf hin, dass ein weiterer Faktor für lange Wartezeiten die Vorbereitungen der Fluggäste sei. Flüssigkeiten sollten ordnungsgemäß verpackt und elektronische Geräte bei der Kontrolle separat vorgelegt werden. Immer wieder sei außerdem zu beobachten, dass Fluggäste relativ viel Handgepäck mit sich führten. „Wir würden uns wünschen, dass die Fluggäste sich auf ein Mindestmaß beschränken, denn jedes Handgepäckstück muss kontrolliert werden und das führt zu längeren Wartezeiten“, sagte Tiemann.

Flughafen Köln/Bonn entschuldigt sich auf Twitter für lange Warteschlangen

Der Airport Köln/Bonn entschuldigte sich am Donnerstagmorgen via Twitter: „Es tut uns wirklich sehr leid! Wir werden noch heute mit der zuständigen Bundespolizei über diese Zustände reden“, kündigte der Flughafen an. Reisende können Beschwerden und Regressansprüche per Mail an die Bundespolizei senden.

Während es am Mittwochabend bei der Sicherheitskontrolle hakte, hatte es in der Vergangenheit auch immer wieder Probleme bei der Gepäckabfertigung gegeben. Bereits in der vergangenen Woche hatte Flughafen-Sprecher Weise angekündigt, dass die Passagierzahlen in den kommenden Wochen voraussichtlich immer weiter leicht steigen werden und man sich deshalb bereits im Austausch mit der Bundespolizei und allen Dienstleistern befinde, um für eine reibungslose Abwicklung zu sorgen.

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