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Notfallübung am Flughafen Köln/Bonn: Wie Rettungskräfte ein brennendes Flugzeug löschen würden

Notfallübung am Flughafen Köln/Bonn : Wie Rettungskräfte ein brennendes Flugzeug löschen würden

200 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen sowie Polizei haben am Samstag den Ernstfall geprobt. Dabei wurde ein schwerer Unfall simuliert, der durchaus jederzeit wirklich passieren könnte.

Das Szenarium, mit dem es am Samstag die Rettungskräfte am Check-In-Bereich des Terminals 1 am Flughafen Köln/Bonn zu tun hatten, war wirklich angsteinflößend: Aufgrund eines technischen Defekts versagten die Bugradsteuerung und die Bremsen einer Passagiermaschine mit 25 Personen an Bord beim Eindrehen des Flugzeugs in die Parkposition. Das Flugzeug rammte einen Passagierbus und prallte mit dem Triebwerk in die Fassade der Abfertigungshalle. Kerosin trat aus, Flugzeug, Bus und Halle gerieten in Brand.

Wie Rettungskräfte auf ein solches Unglück reagieren sollen, wurde am Samstag bei einer großen Übung am Flughafen simuliert und trainiert. Jede Menge Martinshörner von Feuerwehr, Polizei- und Rettungsfahrzeugen waren entsprechend zu hören.

Mehr als 200 Personen waren an der Übung beteiligt, darunter 54 Komparsen, die als Verletzte geborgen werden mussten. „Wir haben es hier mit einem Ereignis zu tun, das durchaus so eintreten könnte“, erläuterte der Leiter der Flughafenfeuerwehr Lars Drewes. Insbesondere der Kommunikationsfluss zwischen den beteiligten Einheiten und Helfern wurde getestet. Großangelegte Übungen wie diese sind von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO vorgeschrieben und finden alle zwei Jahre statt.

„Aus einem brennenden Flugzeug Menschen zu bergen ist eine ganz besondere Situation“, sagte Ulrich Laschet von der Berufsfeuerwehr Köln. „Die medizinische Versorgung der Verletzten ist dabei oberstes Gebot.“ Ein Notarzt klassifizierte zunächst die Schwere der Verletzungen. Dabei könne es schlimmstenfalls zu einer Triage kommen, so Laschet, der auf 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt. Ein derartiges Ereignis gab es am Köln/Bonner Flughafen jedoch noch nie.

Schwere Rauchentwicklung nach mehreren simulierten Explosionen hüllte das Flugzeug minutenlang ein. Wasserwerfer der Flughafenfeuerwehr kamen zum Einsatz, Feuerwehrleute trugen Atemschutz.

140 Einsatzkräfte des Malteser Hilfsdienstes, des DRK, von der Johanniter Unfallhilfe und vom ASB probten Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes. 39 Sanitätsfahrzeue nahmen neben einer Vielzahl an Feuerwehren, THW-Einheiten, Landes- und Bundespolizei an der Übung teil. Neugierigen Passanten bot sich während der Übung ein spektakuläres Bild mit wohlgeordnetem und beherztem Zupacken der beteiligten Helferinnen und Helfer.

„Die Abläufe der Übung werden anschließend ausgewertet“, sagte Johan Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Köln/Bonn GmbH. So können gegebenenfalls Optimierungen für künftige Einsätze vorgenommen werden.

Die Beteiligten zeigten sich am Ende der mehrstündigen Notfallübung zufrieden mit dem Zusammenwirken unter den Rettungskräften.