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Kommentar: Im Dialog bleiben

Kommentar : Im Dialog bleiben

Ob denn die Stadtverwaltung schon über die geänderten Pläne informiert sei, wollte ein Teilnehmer der Versammlung wissen. Nein, lautete die Antwort der Investoren an der Villa Schaaffhausen.

Zuvor wolle man die Meinung der Rommersdorfer einholen und wissen, ob mit Zustimmung oder Gegenwind zu rechnen sei. Wer wollte das verübeln: Die Rommersdorfer reagierten auch zuvor äußerst sensibel, wenn es um "ihre" Villa oder den Römerbrunnen ging.

Und derlei öffentlicher Druck lässt die Entscheider im Stadtrat selten kalt. Zugleich muss sich ein Millionenprojekt wie die Sanierung eines vom bisherigen Eigentümer Kirche vernachlässigten Denkmales rechnen. Immer wieder Pläne für die Mülltonne zu produzieren, ist da aus Investorensicht wenig hilfreich.

Die von den Investoren eingereichte Klage gegen die Ablehnung einer früheren Bauvoranfrage steht symbolisch für einen schwierigen Interessenausgleich. Die einen, die Investoren, wollen nicht am Ende mit leeren Händen dastehen. Für andere, das klang bei der Versammlung durch, gerät die Klage zur Drohkulisse.

Die Mehrheit hielt sich damit aber nicht auf. Der Abend war vielmehr geprägt von einem guten Stil des Umgangs. Nicht Kontroverse, sondern konstruktives Miteinander überwog.

Einige Anwesende goutierten sogar, bei aller Angst vor Veränderung und berechtigter Sorge wegen der Verkehrsbelastung, den Dialog, an dem sie ja maßgeblichen Anteil haben, sowie aus ihrer Sicht schon erzielte Verbesserungen der Pläne. Die Mehrheit im neuen Stadtrat, wie immer sie aussehen wird, sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Nein sagen um des Neinsagens willen hat der Kompromissfindung noch nie gedient.