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Reitverein in Not: Inklusiver Reitverein Bruchhausen sucht eine neue Bleibe

Reitverein in Not : Inklusiver Reitverein Bruchhausen sucht eine neue Bleibe

Seit vielen Jahren ermöglicht der Reitverein Bruchhausen großen und kleinen Pferdefreunden den Umgang mit dem Pferd - unabhängig von ihrer geistigen oder körperlichen Konstitution. Das könnte bald ein Ende haben, denn der Betrieb muss das Gelände verlassen.

„Wir wissen nicht, wie es weiter gehen soll.“ Die Mitglieder des Reitvereins Bruchhausen sind verzweifelt. Seit vielen Jahren ermöglicht der gemeinnützige Verein großen und kleinen Pferdefreunden, unabhängig von ihrer geistigen oder körperlichen Konstitution, ihrem Alter und ihrem Geldbeutel, das Reiten und den Umgang mit dem Pferd. Doch das könnte schon bald vorbei sein, denn der Kreis Neuwied kann dem Reitbetrieb keine Genehmigung mehr erteilen. Der Grund: Das etwa ein Hektar große, gepachtete Vereinsgelände, auf dem der Verein schon seit 20 Jahren zu Hause ist, hätte nie bebaut werden dürfen.

Das war dem Vereinsvorstand nicht bewusst: „Hier hat eigentlich auch vorher schon immer etwas gestanden“, so Vorstandsmitglied Sabine Mereien-Arnolds. Offenbar waren die Boxen und Paddocks, das Reiterstübchen, der Reitplatz und diverse Container für Sattelzeug, Futter und ähnliches nun aber jemandem ein Dorn im Auge, denn es wurde Anzeige erstattet. Das Ergebnis: „Wir müssen hier raus und wissen nicht, wohin.“

Einen endgültigen Bescheid, wann geräumt werden muss, hat der Verein, der schon mehrfach für sein soziales Engagement ausgezeichnet und unter anderem auch von der Aktion Mensch gefördert wurde, noch nicht vom Kreis erhalten. Fest steht aber, dass es keine Perspektive gibt, auf dem Gelände bleiben zu können – auch seitens des Verpächters. „Wir haben dem Kreis unsere Situation geschildert und hoffen, dass man uns wenigstens die Zeit gibt, die wir brauchen, um eine neue Unterkunft zu finden.“

Suche nach Vereinsgelände

Mit Hochdruck wird bereits nach einem neuen Vereinsgelände gesucht, auf dem die Pferde unterbracht werden sowie der Reitunterricht und das Vereinsleben stattfinden können. Es sollte zwischen Bad Honnef und Linz liegen, 1,5 bis drei Hektar groß sein und idealerweise bereits über Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser verfügen. „Bisher hat sich aber leider noch nichts ergeben.“ Die Tiere einfach in einem Pensionsstall einzuquartieren, ist auch keine Lösung. „Wir brauchen ja Platz für zehn Pferde. Und es ist auch nicht so einfach, einen Verein wie unseren in einen bestehenden Reitbetrieb zu integrieren.“

Wochentags findet jeden Nachmittag Unterricht statt, am Wochenende sogar ganztags. Auch muss unter anderem eine elektrische Aufstiegshilfe für die Menschen, die nicht selbstständig aufsteigen können, unterbracht werden. Denn die Inklusion behinderter und beeinträchtigter Menschen liegt dem Verein besonders am Herzen. 160 Vereinsmitglieder, darunter 100 aktive Reiter mit und ohne Behinderung, hoffen nun sehnlichst, dass ein neues Zuhause gefunden werden kann.

Infos im Internet unter www.reitverein-bruchhausen.de oder unter ☏ 0171/9268242 (Mike Hentschel).