1. Region
  2. Kreis Neuwied

Neuer Vorstand im Verein: Junge Generation rettet das Erpeler Weinfest

Neuer Vorstand im Verein : Junge Generation rettet das Erpeler Weinfest

Der Brauchtumsverein Freunde des Erpeler Weinfestes hat einen neuen Vorstand gewählt, der die Organisation des Weinfestes fortführen wird. Vier ehemalige Weinköniginnen sind neu im Vorstand dabei.

Das Erpeler Weinfest ist gerettet – unter anderem dank früherer Weinköniginnen des Ortes. Vier Ex-Majestäten gehören dem neuen deutlich verjüngten Vorstand des Brauchtumsvereins Freunde des Erpeler Weinfestes an, der bei der Jahreshauptversammlung gewählt wurde. Er führt die Geschäfte des Vereins und ist damit für die Organisation der touristischen Attraktion im Ort zuständig. Eine Aufgabe, die der bisherige Vorstand nicht mehr leisten konnte. Er stellte sich daher nicht zur Wiederwahl.

Anke Henneker, Weinkönigin im Jahr 2005 und Tochter des bisherigen Vorsitzenden Werner Henneker, ist nun erste Vorsitzende, und Saskia Sieberz, Weinkönigin von 2015, hat das Amt der Geschäftsführerin übernommen. Tim Kaltenborn ist zweiter Vorsitzender. Dem geschäftsführenden Vorstand gehört zudem Björn Gehrid als Kassierer an. Zwei weitere ehemalige Weinmajestäten, Jenny Waldmann (2011) und Silvia Gehrid (geborene Ott, Königin 2004), sind Beisitzerinnen. Weitere Beisitzer sind Philipp Krüger sowie aus dem alten Vorstand Kalle Wambach, Werner Henneker, Brigitte Buchmüller, Hans-Jürgen Freund und Gabi Kloos. Auf Anregung des bisherigen Vorstandes wurde die Zahl der Besitzer von vier auf acht erweitert, um die Arbeit besser bewältigen zu können.

Große Beteiligung

Die Beteiligung an der Versammlung war groß: Weit über 50 Erpeler waren dazu ins Rathaus gekommen – offenbar auch angesichts der bedrohlichen Lage für die Zukunft des Weinfestes. „Jetzt geht es um ein Stück Erpel, hier ist Traditionspflege gefragt“, hatte denn auch Dieter Beschoner als Wahlleiter gemahnt.

Nach seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Werner Henneker noch einmal daran, dass der alte Vorstand bereits vor einem Jahr bei der Hauptversammlung angekündigt hatte, nicht wieder zu kandidieren. Er selbst hatte das Amt 1984 als Nachfolger von Franz-Josef Hamacher übernommen. In seine Ägide fiel auch die Umbenennung des Vereins 1991 in „Brauchtumsverein der Erpeler Weinfreunde“. Die Arbeit sei nicht immer leicht gewesen. „Aber es war ein tolle Erfahrung, den Verein in eine gute Richtung zu führen."

Nun sei es an der Zeit, die Verantwortung Jüngeren anzuvertrauen, die auch neue Ideen einbringen könnten. Man wolle jedoch den neuen Vorstand weiter unterstützen. Er habe seine Tochter aber zu keiner Zeit zu überreden versucht, seine Nachfolgerin zu werden, versicherte Werner Henneker. „Ich freue mich riesig, dass sich ein so junges Team gefunden hat, und ich bin sicher, dass wir das gut hinkriegen mit der Zukunft des Weinfestes.“

Verständnis für den Rückzug

„Danke für die Zeit, die Ihr dem Verein geopfert habt. Ohne Eure Zusage, uns zu unterstützen, hätten wir diese Ämter nicht übernommen“, gestand Anke Henneker unmittelbar nach der Wahl zur Vorsitzenden auch im Namen der anderen „Neuen“. Auch Erpels Bürgermeisterin Cilly Adenauer nahm an „Schicksals-Versammlung“, wie sie sagte, teil. Sie äußerte Verständnis für den Rückzug des alten engagierten und verantwortungsvollen Vorstands, dessen kontinuierlicher Arbeit der Ort viel zu verdanken habe. „Etwas Schöneres als unser Weinfest und die Krönung unserer Weinkönigin gibt es nicht. Das belegt allein schon, wie diese Veranstaltungen von der Bevölkerung angenommen werden“, schwärmte sie.

Der alte Vorstand hatte schon den Termin für das Fest im kommenden Jahr festgelegt: von Freitag bis Montag, 13. bis 16. September. Das Motto des Blumenkorsos wird Angela Dung vom Wagenbauteam bei einer Veranstaltung im Frühjahr bekannt geben, wenn der junge Vorstand seine Ideen vorstellen will.