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Statt Carl-Loewe-Musiktage: Kammermusik-Konzerte für jeweils 25 Zuhörer in Unkel

Statt Carl-Loewe-Musiktage : Kammermusik-Konzerte für jeweils 25 Zuhörer in Unkel

Wegen Corona mussten die Carl-Loewe-Musiktage in diesem Jahr abgesagt werden. Als Ersatzveranstaltung haben die Organisatoren für jeweils 25 Zuhörer an vier Terminen Kammermusik-Konzerte auf die Beine gestellt. Es gibt noch Karten.

Mit den Carl-Loewe-Musiktagen geht es in der Kulturstadt Unkel trotz der Corona-Krise nun doch weiter und das, wenn auch mit „Verspätung“ und in abgespeckter Form. Aber auch ausgesprochen kurzweilig, virtuos und romantisch –, das jedenfalls versprechen die Organisatoren, Felicitas und Clemens von Weichs, der neue Vorsitzende des Geschichtsvereins, Meinolf Gerstkamp, sowie der musikalische Leiter der beliebten Traditionsveranstaltung, Marc Unkel.

Zusammen mit seiner Frau, der Solo-Oboistin Joanne Walter-Unkel und der schwedischen Opernsängerin Victoria Granlund-Kaftan nimmt der Pianist am Freitag und Samstag, 28. und 29. August, jeweils ab 18 und 20 Uhr die Zuhörer im Palmenhaus mit auf eine einstündige musikalische Reise in den Norden von Europa. Einlass haben indes an allen vier Terminen nur jeweils 25 Personen.

Großes Bedauern bei Fans aus Bonner Umland

„Der Kartenvorverkauf für das ursprüngliche Programm, das für Juni geplant war, lief schon in vollem Gange, als wir die Loewe-Musiktage wegen der Pandemie absagen mussten“, erinnert sich Felicitas von Weichs. Viele Musikfreunde vor allem aus dem Bonner Umland hätten dem Verein zwar ihr Verständnis für diese Entscheidung signalisiert, vor allem aber ihr großes Bedauern.

Aus der Landeshauptstadt, von der seit Jahren die Musiktage als Teil des Kultursommers von Rheinland-Pfalz gefördert werden, sei der Verein zudem gebeten worden, zu untersuchen, ob nicht wenigstes im Herbst noch „etwas zu machen sei“. „Für uns stellten sich die Fragen: Wie halten wir die Hygienevorgaben ein und was kann man unter diesen Voraussetzungen überhaupt auf die Beine stellen?“, so Unkel.

Dass der Salon der Burg Unkel als Austragungsort zu klein sein würde, habe sofort festgestanden, erklärt der Hausherr. Deshalb habe er mit seiner Frau im Palmenhaus die Abstände für die Sitzplätze der Zuhörer ausgemessen, nachdem sie den Abstand zwischen Musikern und Publikum festgelegt hatten. „Wir waren schon überrascht, dass auch in diesem großen Raum nur Platz für 25 Zuhörer ist, wenn man die Abstandsregeln exakt beachtet“, so Clemens von Weichs. Entsprechend wird gebeten, bei der Platzreservierung nicht nur Name, Adresse und Telefonnummer anzugeben, sondern auch, ob bei mehreren Kartenbestellungen auch alle Personen zu einer Hausgemeinschaft gehören.

„Wir freuen uns, dass wir nach der Absage der Musiktage 2020 mit dieser intimen Veranstaltung Musikliebhabern vier Mal jeweils eine Stunde virtuose Kammermusik mit dem Charme der Salonsoiréen des 19. Jahrhunderts bieten können“, erklärt Unkel. Kernstück ist Loewes lyrische Fantasie „Die Zugvögel“ für Sopran, Englischhorn und Klavier, die in romantische Kammermusik und Arien wie „Solveigs Lied“ von Edward Grieg oder „Auf dem Strom“ von Franz Schubert eingebettet ist.

Es sei ungemein wichtig, dass die Loewe-Musiktage durch dieses mit musikalischen Kostbarkeiten erfüllte Klangerlebnis trotz der Corona-Krise als kleiner Ausgleich auch dieses Jahr präsent sind, so Gerstkamp, der dem Ehepaar von Weichs und Unkel für deren Engagement dankte.

Und die limitierten „Loewe-Serenaden“ kommen bestens an. „50 Prozent der Karten sind bereits vorbestellt. Einige Plätze sind noch für den späten Freitagtermin frei, während wir vor allem für die beiden Samstagstermine noch auf Reservierungen warten“, so Felicitas von Weichs.

Eintrittskarten zum Preis von zehn Euro können unter ☏ 0 22 24/39 55 sowie per E-Mail an felicitasweichs@hotmail.com bestellt werden.