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Lesetheater in Bruchhausen: Klein, erlesen und belesen

Lesetheater in Bruchhausen : Klein, erlesen und belesen

In dem kleinen Ort Bruchhausen hat sich seit zehn Jahren eine kleine, erlesene - um nicht zu sagen belesene - Gruppe gebildet, die sich dem weiten Feld der Literatur widmet: das Bruchhausener Lesetheater.

Unter der Leitung von Marianne Troll kommen Jung und Alt zusammen, um sich gemeinsam in Geschichten zu verlieren und diese zu lesen, laut zu lesen. Das Repertoire der Werke, die gelesen werden, reicht von Barockdichtung, über Klassik bis hin zur Moderne und Postmoderne - Poetry-Slam sei hier ein Stichwort.

Das erste Treffen der Kulturinitiative fand am 24. November 2004 statt. Am Wochenende feierte die Gruppe ihr 10-jähriges Jubiläum. Und was bietet sich für diesen Anlass mehr an, als sich die Gattung der Lobgedichte vorzunehmen? Während am besagten ersten Treffen ausschließlich Bruchhausener teilnahmen, waren zum Jubiläum Menschen aus Köln, Bonn und Limburg zugegen.

Sie alle sitzen entlang eines ausladenden, ovalen Tisches, auf dem zahlreiche Flaschen Wein, Saft Wasser und Kekse und Kuchen darauf warten verzehrt zu werden. Jeder, der mag, bringt etwas mit. Jeder, der kommt, wird gebeten sich etwas zu Trinken zu nehmen.

"Der Unterschied zum echten Theater liegt ganz deutlich auf der Hand: Während man beim klassischen Theater bloß passiv als Zuschauer sitzt und bloß schaut, nimmt man bei uns durch das Lesen direkten Kontakt zur Figur und zur Handlung auf", so die Initiatorin Troll. Sie blickt auf die gemeinsamen Jahre zurück: "Der Funke ist schon beim ersten Treffen sofort übergesprungen und befeuert uns noch immer."

Sie rekapituliert einige prägende Autoren, die sie gemeinsam gelesen haben. Als sie die Loriot-Gedenklesung erwähnt, geht ein Schmunzeln und Kichern durch die Reihen. Dass den Teilnehmern diese kleine Runde mehr bedeutet als eine bloße Freizeitbeschäftigung, die eine Abwechslung zum Alltag bietet, ist zu spüren. Bevor die Runde ihre mitgebrachten Lobgesänge vorträgt, spricht eine unter ihnen - Marion Fischer - ihr persönliches Lob an die Organisatorinnen Troll und Doris Lindlohr.

"Es ist großartig, was ihr da ins Leben gerufen habt ", so Fischer, die den Damen einen Strauß Blumen übergab. Schließlich trug jeder vor, was er zum Thema Lobgesang gefunden hatte. Besonders ein Essay zu den 26 Buchstaben, die "Türen zu fremden Welten öffnen" berührte die Runde. Denn das ist es im Endeffekt auch, was dieses Lesetheater bietet: Ein Fenster zu unzähligen anderen Welten.

Info

Das Lesetheater trifft sich einmal im Quartal in der Katholischen Bücherei Bruchhausen, Marienbergstraße 12. Infos: Marianne Troll, Tel. 02224/75346, oder Doris Lindlohr, Tel. 02224/7797843.