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Linzer Mauerbau-Initiative: Neuer Anlauf für Menschenkette

Linzer Mauerbau-Initiative : Neuer Anlauf für Menschenkette

Gute Aussichten auf eine Genehmigung hat das Projekt des Vereins "Linzer Mauerbau-Initiative", ein erstes Mauerstück ab dem Pulverturm zu errichten; schlechte Aussichten für die Menschenkette aus rund tausend Martinus-Schülern entlang der 1500 Meter langen Linzer Stadtmauer am Freitag, 27. März: Der Termin muss verschoben werden.

Das wurde bei der ersten Mitgliederversammlung des Vereins um den Vorsitzenden Norbert Thelen in der "Martinsstube" bekanntgegeben. "Reinhard Lahr von der Unteren Denkmalbehörde in Neuwied hat grundsätzlich keine Bedenken gegen den Mauerbau vom Pulverturm aus", berichtete Michael Schneider von der Reaktion auf die Bauvoranfrage des Vereins.

Einzige Voraussetzung: Gebaut werden müsse, wie in Andernach und Ahrweiler, eine sogenannte "Kölner Mauer". Auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Montabaur habe Zustimmung signalisiert. "Völlig unproblematisch wäre unser Projekt vom Pulverturm in Richtung Rheintor parallel zum Gestade.

Der Mauerbau parallel zur Zehntgasse in Richtung Südsüdost würde bei einem Jahrhundert-Hochwassser jedoch die Fließrichtung des Rheins hemmen", so Schneider. Dafür fordere die Wasserbehörde Ausgleichsmaßnahmen, die das Abfließen des Wassers begünstigen. Außerdem würde man auf städtischem Gelände bauen, so dass die Kommune für Folgeschäden hafte.

Warum die Menschenkette nicht wie geplant stattfinden kann, erläuterte Thelen: Bei der Schüler-Mauer-Aktion während der Unterrichtszeit habe sich das Gymnasium nicht ausreichend von der Stadt unterstützt gefühlt. "In einem Telefonat soll der 1. Beigeordnete, Hans Georg Faust, Rektor Axel Brott signalisiert haben, dass unsere Maueridee nicht unbedingt die seine sei", bedauerte der Vorsitzende.

Sein Versuch, andere Schulen ins Boot zu holen, sei zwar bei den jeweils zuständigen Pädagogen auf fruchtbaren Boden gefallen, allerdings kämen dabei keine tausend Schüler zusammen, so dass die 1500 Meter Mauerlänge nicht dargestellt werden könnten. Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben, war der Tenor der Mitgliederversammlung. Umgesetzt werden soll auch die Idee von Ulrich Bohnen, ein Pferdefuhrwerk mit Basalt von Dattenberg aus durch Linz fahren zu lassen.

Als Termin schlug Schneider die Kirmes vor, da dies eine weitere Attraktion zur 800-Jahr-Feier von Sankt Martin wäre. Entsprechende Gespräche sollen mit Stadtmanager Thomas Herschbach geführt werden. In Vorbereitung ist zudem der erste Linzer "Wall Walk" mit Vorträgen an historischen Stätten, der in regelmäßigen Abständen stattfinden soll.

Außerdem geplant: ein Musical, das die markantesten Punkte der Linzer Geschichte Revue passieren lassen und auf dem Castenholtzplatz aufgeführt werden könnte, so Thelen. Gesucht werden für dieses Projekt noch engagierte Komponisten und Musiker.