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Hermann-Josef Löhr: Neues Werk "111 magische Orte im Rheinischen Westerwald"

Hermann-Josef Löhr : Neues Werk "111 magische Orte im Rheinischen Westerwald"

Was hat die heilige Elisabeth von Thüringen mit der Westerwaldregion zu tun? Wer die verwandtschaftlichen Beziehungen der ungarischen Königstochter, die im 13. Jahrhundert als Landesmutter in Thüringen gegen Armut, Not und Hunger kämpfte, mit dem Fürstenhaus von Sayn nachvollziehen möchte, sollte sich den ersten Band der neuen zweiteiligen Reihe von Hermann-Josef Löhr "111 magische Orte im Rheinischen Westerwald" nicht entgegen lassen.

Genau 56 Plätze hat der Heimatforscher aus Breitscheid darin zum ersten Mal beschrieben. Dabei erstreckt sich der Westerwald bei ihm vom Bilderbuchmuseum Burg Wissem in Troisdorf bis zum Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen. Ja, er wagt sogar den Sprung über den Rhein nach Remagen, um dort dem Mythos von Rudolf Caracciola nachzugehen, der unter anderem ab 1927 neun Mal auf dem Nürburgring wichtige Autorennen gewann.

"Hermann-Josef Löhr hat sich bei seinen Recherchen auch mit zahlreichen Persönlichkeiten von Konrad Adenauer über den Linzer Kupferstecher Joseph von Keller bis hin zu Graf Zeppelin befasst", so General Ulrich Wegener. Dem früheren Chef der GSG 9 hatte der Heimatforscher die Vorstellung seines ersten Bandes übertragen. Im Fortsetzungsband, der 2014 erscheinen soll, wird dann die nach dem Attentat während der Olympischen Spiele von München gegründete Einheit vorgestellt. Denn seit der Geiselbefreiung im Oktober 1977 aus der entführten "Landshut" in Mogadischu gilt die Elitetruppe als "sagenhaft".

"Der Westerwald, allen voran das Siebengebirge mit den vielen Sagen und Märchen, in denen viel Übersinnliches steckt, ist eine Gebirgslandschaft voller magischer Geheimnisse und Mythen. Das hat meine Frau Annemarie auf dem von ihr entworfenen Umschlag mit dem Musenpferd Pegasus auch deutlich zum Ausdruck gebracht", so Löhr, der auch Sonja Cochem-Bellinghausen für das Layout dankte. Bereits die frühe Besiedlung durch die Kelten deute auf besondere Kraft- und Kultplätze in der Region hin.

Ein solcher Ort ist etwa der Druidenstein bei Herkesdorf, an dem der Sage nach makellose Jungfrauen geopfert wurden. Der "Ketzerstein" in der Nähe von Rennerod bringt dagegen Kompassnadeln ins Schwanken. Wurden früher solche Vorkommnisse "verteufelt", so weiß man heute, dass der hohe Eisen-Titan-Oxid-Gehalt in dem Basaltgestein die Nadeln in die Irre führt. Wer aber von Mythen am Rhein berichtet, kommt am Drachenfels, der sagenhaften Behausung des Nibelungen-Lindwurms selbstverständlich nicht vorbei. Gleiches gilt natürlich für den Rolandsbogen, dem sich Löhr über den Freiheitsdichter Ferdinand Freiligrath nähert, der 1839/40 in Unkel gewohnt hat.

Mit dem Gefängnisturm, in dem der junge Ludwig van Beethoven angeblich eine Nacht wegen Trunkenheit einsitzen musste, ist die Kulturstadt am Rhein gleich ein zweites Mal im ersten Band vertreten. Aber auch dem Brückenhofmuseum in Oberdollendorf mit seinen zahlreichen heimatgeschichtlichen Exponaten und Ausstellung oder der Idyllenmühle Heisterbach widmet sich Löhr.

Das als Führer durch die Region angelegte Buch ist für 14,80 Euro im Verlag Media World erschienen und im Buchhandel erhältlich.