Blick in eine neue Zukunft: Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte Nürburgring

Blick in eine neue Zukunft : Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte Nürburgring

Mindestens 330 Millionen Euro sind 2009 in den Ausbau des Nürburgrings geflossen. Für gerade mal 77 Millionen Euro hat die Firma Capricorn den in die Insolvenz geratenen Gesamtkomplex vor wenigen Wochen gekauft. Das von Pleiten, Pech und Pannen eingeleitete Desaster in der Eifel hat dem früheren rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel gar eine dreieinhalbjährige Haftstrafe wegen Untreue eingebracht

Am Mittwoch besuchte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer das abgestürzte Millionenprojekt, für das sie nun wieder eine Zukunft sieht. In einer Mitarbeiterversammlung und anschließend auf einem Empfang mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik im Ring-Boulevard, stellte sie sich Fragen der Bürger aus der Region.

"Ich kenne aus vielen Gesprächen und Begegnungen die Sorgen der Beschäftigten und der Menschen in der Region, für die der Nürburgring nicht nur ein Teil ihrer Identität, sondern auch Existenzgrundlage ist. Der Nürburgring blickt nun mit dem neuen Investor in eine neue Zukunft", sagte Dreyer. Bekanntlich sind gerade Gewerbetreibende rund um die legendäre Rennstrecke in Sorge, durch die Privatisierung des Nürburgringes Einbußen hinnehmen zu müssen.

Was sich im Detail bei den neuen Eigentümern ändern wird, ist noch nicht bekannt. Capricorn-Gründer Robertino Wild und Miterwerber Adam Osieka erklärten lediglich: "Strukturen müssen angepasst und verändert werden. Aber wir werden nicht überstürzt vorgehen. Wir treffen die Entscheidungen in Verantwortung zu den Mitarbeitern sowie auch im Interesse des Nürburgrings und der Region."

Änderungen und Entscheidungen über "Personalanpassungen" seien frühestens Anfang Juli absehbar, ergänzte Carsten Schumacher, der seit 1. April Mitglied der Geschäftsleitung der Nürburgring Betriebsgesellschaft (NBG) ist. Die Rennsaison sei gut gestartet, der Rennkalender für dieses Jahr bereits ausgebucht, hieß es am Mittwoch.

"Ein erfolgreicher Nürburgring ist auch gut für die Menschen in der Region. Der neue Investor ist Partner, nicht Gegner der Region. Gemeinsam wollen wir den Dialog mit den Unternehmen, Partnern und Bürgern vor Ort führen", meinte Karl-Josef Schmidt, der Geschäftsführer der NBG, am Mittwochabend. Vor ihrem Besuch bei der Mitarbeiterversammlung und dem Empfang am Nürburgring hatte Ministerpräsidentin Dreyer die beiden Standorte der Erwerber GetSpeed und Capricorn im Gewerbepark Meuspath besichtigt.