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Corona-Fälle im Rhein-Sieg-Kreis: Mobiles Team nimmt Abstriche im Flüchtlingsheim in Königswinter

Corona-Fälle im Rhein-Sieg-Kreis : Mobiles Team nimmt Abstriche im Flüchtlingsheim in Königswinter

Ein Abstrichteam hat alle Bewohner der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Haus Katharina in Königswinter getestet, weil dort am Donnerstag zwei Menschen infiziert waren.Die Ergebnisse liegen frühestens Sonntag vor.

Die Zahl der Menschen, die nach einer Corona-Infektion wieder gesund sind, ist im Rhein-Sieg-Kreis inzwischen höher als die der akuten Fälle. „Das ist natürlich eine gute Nachricht“, sagte Landrat Sebastian am Freitag bei der Pressekonferenz des Rhein-Sieg-Kreis, die künftig nicht mehr täglich, sondern zwei Mal pro Woche stattfinden soll. „60 Prozent der Erkrankten sind inzwischen wieder genesen und das – nach telefonischen Rückmeldungen an das Kreisgesundheitsamt – auch ohne größere Schäden zurückbehalten zu haben“, sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Rainer Meilicke.

Ein mobiles Abstrichteam hat am Freitag alle Bewohner der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Haus Katharina in Königswinter auf Sars-CoV-2 getestet. Wie berichtet, waren dort am Donnerstag zunächst zwei Personen infiziert. Am Freitag kam nach Angaben von Heike Jüngling, Chefin des Krisenstabs der Stadt Königswinter, ein dritter Fall hinzu. Das gesamte Areal ist eingezäunt, damit die Bewohner sich wenigstens auf dem Gelände bewegen können. Neben dem ehemaligen Haus Katharina wurde vorsorglich eine Unterkunft an der Paul-Lemmerz-Straße unter Quarantäne gestellt, da die Menschen untereinander in engem, teils familiärem Kontakt stünden.

Menschen wurden versorgt

Mit den Ergebnissen der Abstriche ist laut Meilicke nicht vor Sonntag zu rechnen. Jüngling berichtete, die Bewohner hätten sich nach erster verständlicher Beunruhigung und Sorge mit der Quarantäne eingerichtet: „Die Situation ist ruhig. Allerdings treibt einige die massive Sorge um, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.“ Die Stadt plane, neben der Quarantäneverordnung ein zusätzliches Schreiben an die Hand zu geben. Die Mitarbeiter der Stadt versorgten die Menschen auch mit Essen und Hygieneprodukten und seien immer ansprechbar.

Die sukzessiven Lockerungen betreffen auch die Kreisverwaltung: Das Siegburger Verwaltungsgebäude wird zwar noch nicht komplett für den Publikumsverkehr geöffnet, aber ab dem 27. April können Bürger in begründeten Fällen Termine erhalten. „Wir werden jedoch weiterhin sehr genau auf die nötigen Abstandsregeln achten. Denn nur so können wir auf dem Weg weitergehen, den wir jetzt beschritten haben“, sagte Schuster.

Vor der ersten öffentlichen Sitzung des Kreisausschusses, die für den 18. Mai geplant ist, melden sich die Fraktionen mit verschiedenen Themen zu Wort. Die SPD-Kreistagsfraktion kritisiert den „Flickenteppich bei Schulöffnung nach den Osterferien“ und fordert flächendeckend Desinfektionsmittel für Schulen. Wie berichtet reicht laut Kreisgesundheitsamt das Händewaschen mit Seife. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dietmar Tendler, selbst 40 Jahre im Schuldienst tätig, stellt die Frage, ob die Schulen vorbereitet seien. „Ohne kontrollierte Hygiene in den Klassen, auf den Toiletten, dass regelmäßige Reinigen von Handläufen und die Abstandsregeln in den Klassen, Pausen und Bushaltestellen kann kein Schulstart erfolgen“, so Tendler. Der SPD-Kreistagsabgeordnete Denis Waldästl sagte, alle Schulen müssten mit Desinfektionsmitteln in den Schuleingängen, Fluren und nach Möglichkeit auch die Klassenzimmer ausgestattet werden.

Linke, Piraten und Freie Wähler haben offenbar einen Antrag gestellt, wonach der Kreis allen 600 000 Einwohnern wiederverwendbare Schutzmasken zur Verfügung stellen soll. Landrat Schuster sagte, es stehe ihm nicht zu, eine Bewertung zu einem politischen Antrag abzugeben. Das Thema werde in der nächsten Sitzung diskutiert. Der Vorsitzende des Ausschusses für Rettungswesen und Katastrophenschutz des Kreises, Tim Salgert (CDU), teilte mit, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sei sinnvoll. Diese sei aber nicht zu verwechseln mit Schutzmasken, an denen es Ärzten und Pflegekräften mangele. „Wir dürfen auf diesem heiß umkämpften Markt nicht auch noch als Konkurrenz zu diesen Menschen auftreten“, so Salgert.