Rhein in Flammen 2019: Musik und Licht gegen Kälte und Nässe

Rhein in Flammen 2019 : Musik und Licht gegen Kälte und Nässe

Die Coverband „Xtreme“ sorgt bei Rhein in Flammen in Remagen für Stimmung. Auch Bad Breisig war erstmals beim Lichterspektakel mit von der Partie.

Dass Rhein in Flammen zu den Top-Events des Jahres zählt, zeigte sich am Samstagabend, als sich der aus 42 beleuchteten Schiffen bestehende Konvoi von Bad Breisig aus in Richtung Bonn treiben ließ und dabei von atemberaubenden Feuerwerken begleitet wurde. Dennoch fiel die Bilanz der Verantwortlichen eher bescheiden aus. Denn bei Temperaturen von vier Grad, unangenehmen Windböen und Regen waren die Besucherzahlen auf den Rheinpromenaden insgesamt überschaubar.

Schon am frühen Samstagabend blickte Remagens Tourismuschef Marcel Möcking bangen Blickes zum Himmel. Bei kühler Witterung deutete ein Heer aus tiefschwarzen Wolken bereits an, dass es noch ungemütlich werden könnte. „Ich hoffe, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen“, so Möcking, der sich mit dem Verlauf der „Warm-up-Party“ am Vorabend sehr zufrieden zeigte.

Trotz Nieselregens und kühler Temperaturen um zehn Grad war der Platz vor der Bühne auf der Promenade gut gefüllt. Und so feierten Hunderte von Besuchern mit DJ Fosco, Schlagerstar Anna-Maria Zimmermann und dem ehemaligen Sänger der „Räuber“, Torben Klein, eine ausgelassene Fete.

Zunächst sah es am Samstag für die Verantwortlichen nach Glück im Unglück aus. Zwar war es kühl und immer mal wieder fielen ein paar Tropfen vom Himmel, aber die Sonne stimmte optimistisch, dass es ein gelungener Abend werden könnte. Die Stimmung auf den meist voll besetzten Schiffen, die sich stromaufwärts zum Startpunkt in Bad Breisig und Bad Hönningen bewegten, war ausgelassen. Die Besucher winkten sich fröhlich zu und erhoben in bester Feierlaune die Gläser.

Und als nach 20 Uhr die Coverband „Xtreme“ die Bühne auf dem Remagener Caracciola-Platz betrat, schien die „Rhein in Flammen“-Party richtig Fahrt aufzunehmen. Der gut aufgelegte Sänger Lukas Alexander Baum stimmte mit seinen Kollegen „Shut Up and Dance“ von Walk the Moon an. Und als das Quartett „Ein Kompliment“ der Sportfreunde Stiller anstimmte, klatschten die rund 500 Besucher bereits rhythmisch in die Hände.

Aber die kalte Dusche ließ nicht lange auf sich warten: Kaum waren die ersten Töne von Queens „I Want It All“ gespielt, öffnete der Himmel seine Schleusen. Und nicht nur das: Unter den Regen mischten sich gar kleine Hagelkörner. Kurzum: Es war mehr als ungemütlich. Doch die, die gekommen waren, ließen sich die Stimmung nicht vermiesen. Die Menschen spannten ihre Regenschirme auf, zogen ihre Kapuzen über und tanzten fröhlich weiter. „Es ist erstaunlich, dass sich die Leute vom Wetter weitgehend unbeeindruckt zeigten“, wunderte sich Möcking.

Gegen 21 Uhr war das Schlimmste jedoch überstanden, so dass sich die Besucher trockenen Fußes auf das folgende Spektakel freuen konnten. Als der Schiffskonvoi mit seinen insgesamt 12.000 Gästen an Bord die mit vier 4000 Watt starken „Spacecannons“ errichtete „Brücke von Remagen“ passierte, tauchten rote Bengalflammen das Rheinufer in ein magisches Licht.

Im Zehn-Minuten-Takt wurden die Feuerwerke in Linz, Remagen, Unkel, Bad Honnef, Königswinter und Bonn gezündet. In diesem Jahr hatte Mayk Patella am Erpeler Rheinufer Stellung bezogen, um den nächtlichen Himmel über Remagen in schillernden Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen. 16 Minuten lang schossen glitzernde Lichtsäulen in die Höhe, um Sekunden später bunte Feuerkugeln regnen zu lassen.

Anschließend feierten die Menschen bis weit nach Mitternacht eine am Ende doch noch gelungene „Rhein-in-Flammen-Sause“. Erstmals war in diesem Jahr auch Bad Breisig Teil von „Rhein in Flammen“. Grund war der 1000. Geburtstag der Stadt Bad Hönningen. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, wurde die Schiffsroute bis nach Bad Hönningen und Bad Breisig ausgeweitet.

So machte die „Robert Stolz“ an den Schiffsanlegern der beiden Kurstädte fest, um die rund 200 Gäste aufzunehmen. Allerdings bekam auch die Außengastronomie an der Rheinpromenade in Bad Breisig die ungemütliche Witterung zu spüren. Dort, wo bei ähnlichen Veranstaltungen kaum noch ein Platz zu ergattern ist, blieben die meisten Tische leer. Doch die, die gekommen waren, machten das Beste draus und genossen am beleuchteten Ufer bei Livemusik der Gruppe uptodate einen kühlen, aber stimmungsvollen Abend.