Monte Mare Nach Badeunfall wird gegen die Mutter ermittelt

RHEINBACH · Bonner Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.

Gegen die Mutter, deren Sohn nach einem Badeunfall im Rheinbacher Monte Mare starb, hat die Bonner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Das bestätigte die Pressesprecherin der Behörde, Vanessa Weber, am Dienstag auf GA-Anfrage.

Wie sie erklärte, werde geprüft, ob die Mutter den Tod ihres vierjährigen Kindes durch Verletzung der Aufsichts- und Fürsorgepflicht fahrlässig verursacht hat. Andere Badegäste hatten den Jungen am Sonntag, 29. Juli, leblos im Wasser entdeckt. Er lag bäuchlings im Wellenbecken, wo das Wasser knietief ist, und trug eine Taucherbrille. Das Kind wurde sofort aus dem Wasser gezogen und reanimiert.

Nach Augenzeugenberichten merkte die Mutter erst nach einer Weile, dass es sich um ihren Sohn handelte. Drei Tage später starb das Kind in der Bonner Uniklinik. Nach GA-Informationen wird der Junge, der in wenigen Wochen fünf Jahre alt geworden wäre, in Rösrath beerdigt, wo er mit seiner Mutter wohnte.

Wie Staatsanwältin Weber weiter erklärte, bestehe zurzeit ein eher sehr "dünner" Anfangsverdacht gegen die Mutter, "aber dem müssen wir natürlich nachgehen". Ob das Ermittlungsverfahren auch auf die Verantwortlichen des Bades ausgeweitet werden müsse, werde nun ebenfalls gründlich geprüft.

Der Badbetreiber hat grundsätzlich verschiedene Aufsichtspflichten zu erfüllen. Zum Beispiel muss er ausreichendes und geeignetes Personal einsetzen. Dennoch dürfen Eltern ihre Kinder im Bad nicht aus den Augen lassen, wie Thomas Stockhorst von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jüngst im GA-Interview erklärte.

Selbst wenn das Kind ein Seepferdchen oder sogar das bronzene Schwimmabzeichen besitzt, ist noch eine gewisse Beaufsichtigung durch Erwachsene erforderlich. Laut DLRG sind auch die körperliche und die geistige Entwicklung eines Kindes wichtige Faktoren, die zu berücksichtigen sind.

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