Nationalpark Siebengebirge: Grüne kritisieren Landesregierung

"Mehr investieren"

Bad Honnef. (oro) "Es geht nicht, dass die Landesregierung ankündigt, wir machen uns aus dem Staub, wenn die Honnefer Bürger am 27. September gegen eine Fortführung des Prozesses in Sachen Nationalparks stimmen."

Johannes Remmel, parlamentarischer Geschäftsführer und umweltpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im NRW-Landtag, forderte bei einer Pressekonferenz in Rhöndorf mit Nachdruck, dass "die Landesregierung mehr investiert". Zuvor war er mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, Reiner Priggen, und Vertretern des BUND durch die Weinberge und hoch zum Drachenfels gewandert.

Noch ganz fasziniert vom Naturerlebnis sagte der Politiker aus Siegen: "Wir wollen heute ein Signal setzen. NRW ist so groß, wir haben Platz für mehrere Nationalparks. Wo Nationalpark draufsteht, muss auch Nationalpark drin sein. Und hier sind alle Voraussetzungen vorhanden. Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie nicht vorher die Flinte ins Korn wirft."

Dass die Entscheidung auch bei einem für den Nationalpark günstigen Ausgang des Bürgerbegehrens nicht mehr in dieser Legislaturperiode fallen werde, machte Remmel am fehlenden Herzblut in dieser Angelegenheit bei NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und auch bei dem zuständigen Minister fest. "Das Minister-Versprechen lautete ursprünglich, in dieser Legislaturperiode einen zweiten Nationalpark einrichten zu wollen."

BUND-Landesvorsitzender Paul Kröfges aus Eitorf: "Wir begleiten den Prozess Nationalpark positiv, um ihn zu einer erfolgreichen Umsetzung zu bringen. Nur ein “Nein„ bei der Abstimmung über das Bürgerbegehren erlaubt es, den Dialog fortzusetzen und bestehende Schwachpunkte aufzuarbeiten."

Kröfges stimmte Johannes Remmel für den Fall eines erfolgreichen Bürgerbegehrens zu: "Wir dürfen dann nicht die Rollos runterlassen." Es gebe viel zu tun, um die Potenziale und die Vielfalt des Siebengebirges zu erhalten. Als Option in die Zukunft nannte er ein funktionierendes Biotopverbundnetz zu den Wäldern im Osten des Kreises und "das Siebengebirge als Keimzelle eines großen Nationalparks entlang des Rheines und die Fortsetzung des Projektes in Rheinland-Pfalz".

Während Paul Kröfges das Bürgerbegehren besorgt, betonte Honnefs Grünen-Vorsitzender Burkhardt Hoffmeister: "Wir wollen, dass man die Menschen fragt. Wir wollen, dass die Honnefer sagen: “Wir wollen, dass es weitergeht in Sachen Nationalpark„."

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