Neubau-Planung für Huma: Vier Städte gegen Sankt Augustin

Sankt Augustins Nachbarstädte machen mobil gegen die Neubaupläne für das Huma-Einkaufszentrum. In einer gemeinsamen Erklärung bezweifeln die Städte Bonn, Königswinter, Siegburg und Troisdorf, dass die Ausweitung der Verkaufsfläche notwendig und sinnvoll ist.

Schöner und größer soll der Huma-Einkaufspark werden.

Schöner und größer soll der Huma-Einkaufspark werden.

Foto: Chapman/Taylor

Rhein-Sieg-Kreis. Von einer Klage ist nicht die Rede. Doch Sankt Augustins Nachbarstädte machen mobil gegen die Neubaupläne für das Huma-Einkaufszentrum. In einer gemeinsamen Erklärung bezweifeln die Städte Bonn, Königswinter, Siegburg und Troisdorf, dass die Ausweitung der Verkaufsfläche von bisher 30 000 auf bis zu 46 000 Quadratmeter notwendig und sinnvoll ist.

Die vier Nachbarstädte begrüßen zwar ausdrücklich eine Umstrukturierung des Zentrums von Sankt Augustin, da offensichtlich ein städtebaulicher Handlungsbedarf besteht. Und ein gut funktionierendes und qualitativ hochwertiges Zentrum der Stadt Sankt Augustin würde der Entwicklung der ganzen, insbesondere rechtsrheinischen Region zugutekommen. Aber die Städte befürchten negative Auswirkungen auf ihre Zentren.

Die Befürchtungen basieren auf einem Gutachten, das die vier Städte in Auftrag gegeben haben. Der Gutachter kommt zu einer anderen Bewertung als sein Kollege, der für die Stadt Sankt Augustin festgestellt hat, dass es bei einer Umsatzverteilung von neun Prozent keine Auswirkungen auf andere zentrale Versorgungsbereiche geben werde.

Die Erwiderung Sankt Augustins technischer Beigeordneter bedauert, dass nicht auf den Masterplan Bezug genommen wird: "Dort haben wir uns von großflächigem Einzelhandel verabschiedet.

Die Stadt hat sich sehr wohl an die Empfehlungen des Regionalen Arbeitskreises gehalten. Wir sind mitten im Planverfahren und werden uns natürlich mit den Bedenken auseinandersetzen."In dem Gegengutachten wird nun ausgeführt, dass das der Planung zugrunde liegende Gutachten nicht geeignet sei, die städtebauliche Verträglichkeit zu belegen. Das Gutachten beruhe auf unrealistischen, unbegründeten und intransparenten Annahmen.

Die vier Städte sehen auch einen Verstoß gegen die Verfahrensweise, die im Regionalen Arbeitskreis zu bedeutsamen Einzelhandelsvorhaben vereinbart ist. Demnach ist zunächst eine Information der Nachbargemeinden und eine gemeinsame erste regionale Prüfung durchzuführen.

Komme es nicht zu einer Übereinkunft, so sei ein weiteres, neutrales Fachgutachten einzuholen. Die vier Städte fordern nun Sankt Augustin auf, in das gemeinsam vereinbarte Verfahren einzutreten. "Wir haben immer informiert und werden das auch weiter transparent tun", so Sankt Augustins technischer Beigeordneter Rainer Gleß. Siegburg habe im Übrigen seine ECE-Pläne auch nicht mit anderen Kommunen besprochen.

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