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Neue Behelfsbrücken in Bad Neuenahr-Ahrweiler sollen Fußgängern Sicherheit geben

Verkehr in Bad Neuenahr-Ahrweiler : Neue Behelfsbrücken an der Ahr sollen Fußgängern Sicherheit geben

Seit der Flut nutzen Fußgänger in Bad Neunahr-Ahrweiler oft eine Behelfsbrücke, die eigentlich für Autos gedacht ist. Nun will die Kreisstadt viel Geld für drei weitere Querungen über die Ahr ausgeben, die für Autos tabu sind.

Gut sechs Millionen Euro will die Kreisstadt für den Bau von drei Behelfsbrücken ausgeben, die im Bereich der ehemaligen Ahrtorbrücke in Ahrweiler, der ehemaligen Casinobrücke in Bad Neuenahr und der ehemalige Heckenbachtalbrücke in Walporzheim errichtet werden sollen. Das beschloss der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Mit den beiden Brücken in Bad Neuenahr und Ahrweiler soll die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer deutlich erhöht werden, während die Brücke im Heckenbachtal die Erschließung des dahinterliegenden Naturhofes, des Wanderparkplatzes und der Weinberge während der Bauzeit der endgültigen Heckenbachtalbrücke sicherstellen soll, erläuterte Bürgermeister Guido Orthen (CDU).

Die Fußgänger-Behelfsbrücke zwischen der Carl-von-Ehrenwall-Allee und dem Campingplatz in Ahrweiler werde leider nur wenig genutzt, zumal dort kein barrierefreier Anschluss existiert. Daher liefen die Fußgänger tendenziell eher über die Fahrzeugbrücke am Ahrtor und gerieten dort immer wieder in Konflikt mit den Autos, was teilweise zu sehr gefährlichen Situationen führe. Um künftig Fahrzeuge und Fußgänger zu entflechten, soll unmittelbar neben die Fahrzeugbrücke eine Behelfsbrücke für Fußgänger errichtet werden. Sie sei bereits im Maßnahmenplan mit Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro enthalten, so Orthen.

Gefahrenpotenzial für Fußgänger

Das gleiche gelte für die Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr. Es habe sich gezeigt, dass auch hier das Gefahrenpotenzial für die Fußgänger, die diese zweispurige Fahrzeugbrücke nutzten, sehr hoch sei. Deshalb soll eine neue Behelfsbrücke für Fußgänger in Höhe der ehemaligen Casinobrücke für Abhilfe sorgen. „Die Fußgänger, die derzeit noch die Landgrafenbrücke nutzen, werden auf diese neue Ahrquerung gefahrfrei ausweichen“, war Orthen überzeugt. Zudem liege die Behelfs-Casinobrücke etwa in der Mitte zwischen der provisorischen Kurgartenbrücke und der Landgrafenbrücke. Das stelle mit Blick auf die künftigen Straßenbautätigkeiten, die zu einer eingeschränkten Nutzbarkeit der derzeit noch vorhandenen Wegebeziehungen führen würden, eine wichtige Ergänzung im Wegenetz dar. Auch hier rechnet man mit Kosten von 1,5 Millionen Euro.

Anders ist die Sachlage bei der Heckenbachtalbrücke. Dort hatte das THW eine 20 Meter lange mobile Schnellbrücke über die Ahr gelegt, wofür das Flussbett eingeengt werden musste. „Das Hochwasser im Januar 2022 zeigte aber, dass das Abflussprofil der Ahr an dieser Stelle zu gering ist. Die Schnellbrücke drohte angeströmt zu werden“, erläuterte Orthen. Es empfehle sich, für die mobile Schnellbrücke ein Ersatzbauwerk zwischen der mobilen Schnellbrücke und der zerstörten Gewölbebrücke zu bauen. Sie soll etwa 3,1 Millionen Euro kosten und die gleichen Maße wie die Behelfsbrücke in Heppingen aufweisen. Dies ermögliche zudem eine gute Zuwegung für Baufahrzeuge, um im Anschluss die finale Herstellung der Heckenbachtalbrücke zu ermöglichen. Die finale Brücke sei im Maßnahmenplan mit Gesamtkosten von knapp neun Millionen Euro enthalten.