Neue Partnerschaft bahnt sich an

Vizebürgermeister Michael Pacyna und Verwaltungsdirektor Gerhard Brühl aus Bornheim besuchen polnische Stadt Zawiercie - Rat entscheidet über Verbindung beider Städte

Neue Partnerschaft bahnt sich an
Foto: Henry

Bornheim. (hpf) Auf Einladung des Bürgermeisters von Zawiercie nahmen Bornheims Vizebürgermeister Michael Pacyna und Stadtverwaltungsdirektor Gerhard Brühl an den 22. Europäischen Tagen der polnischen Kreisstadt in der Woiwodschaft Schlesien teil.

Erste Kontakte mit der Kreisstadt im Krakau-Tschenstochauer Bergland hatte Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler bereits im vergangenen Herbst im Rahmen einer privaten Polenreise geknüpft.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Liceum der polnischen Mittelstadt und der Bornheimer Europaschule am Projekt der Europäischen Union "Fit Kids in Europe" hatte ihn zu einem Besuch und zur Kontaktaufnahme mit seinem polnischen Amtskollegen animiert.

Nachdem die Vorsitzenden der Bornheimer Ratsfraktionen Interesse an einer Partnerschaft mit einer Stadt des neuen EU-Mitglieds Polen signalisierten, nahmen Pacyna und Brühl in Vertretung von Henseler nun gerne die Einladung wahr, um die Möglichkeiten einer neuen Städtepartnerschaft auszuloten.

Die Besucher aus dem Rheinland wurden ebenso wie die Delegationen aus Partnerstädten in Italien, Österreich, der Slowakei und der Ukraine von den polnischen Gastgebern mit großer Herzlichkeit aufgenommen.

Eine Stadtführung zeigte bald, dass das nördlich von Katowice und Krakau gelegene Zawiercie mit der Stadt Bornheim einiges gemeinsam hat: Beide Städte sind gut 80 Quadratkilometer groß, haben etwa 50 000 Einwohner und gliedern sich in zahlreiche kleinere Ortschaften.

"Ganz besonders begeistert hat uns die schöne Jura-Landschaft mit ihren schroffen Felsformationen und romantischen Burgruinen. Kein Wunder, dass die Gegend immer mehr Feriengäste anzieht", berichtet Stadtverwaltungsdirektor Gerhard Brühl.

Aber auch kulturell hat Zawiercie einiges zu bieten. Anlässlich der Europäischen Tage begingen die Jugendlichen und Kinder, denen Bürgermeister Miroslaw Mazur feierlich den Stadtschlüssel übergab, im großen Sportstadion der Stadt das farbenfrohe Fest "Bürger von Zawiercie und ihre Freunde".

Michael Pacyna bezeichnete im Rahmen der Konferenz "Europa und die Globalisierungsherausforderungen" Partnerschaften zwischen Gemeinden als wichtigstes Element auf lokaler Ebene "zur Verwirklichung der Vision vom geeinten Europa". Der Bornheimer Vizebürgermeister: "Städtepartnerschaften sollen Menschen zusammenführen, Verständnis für die Lebensweisen, für die Probleme des Anderen und oft noch Fremden schaffen."

Pacyna hob den Vertrag zwischen Deutschland und Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit hervor. Gerade zwischen Polen und Deutschland stehe der Gedanke der Völkerverständigung und Aussöhnung noch immer im Vordergrund.

Bei den Gesprächen hinsichtlich der Chancen einer Zusammenarbeit zwischen Bornheim und Zawiercie waren sich beide Seiten einig, dass eine mögliche Partnerschaft einer breiten Basis in der Bevölkerung unter Einbeziehung von Schüler- und Jugend-, Sport- und Kulturaustausch, Tourismus, Handel, Handwerk, Industrie und Gastronomie bedürfe.

Die beiden Stadtverwaltungen werden hierzu Vorschläge ausarbeiten und in den Räten, die letztlich die Entscheidung über eine Städtepartnerschaft treffen, zur Diskussion stellen.

Die Einladung nach Bornheim zu weiterführenden Gesprächen nahm Bürgermeister Mazur gerne an. Pacyna und Brühl bedankten sich für "die großartige Gastfreundschaft" und sind nach dem Besuch in Schlesien überzeugt, dass eine Partnerschaft zwischen beiden Kommunen "ein sinnvoller Beitrag zum Aufbau eines gemeinsamen Europas wäre".

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort