Infrastruktur in Bad Neuenahr-Ahrweiler: Neue Technik, sauberes Wasser

Infrastruktur in Bad Neuenahr-Ahrweiler : Neue Technik, sauberes Wasser

Der Trinkwasser-Störfall mit einer Verseuchung durch Coli-Bakterien in der Kreisstadt vom September 2014 hat ein langes Nachspiel. Denn dieser erforderte und erfordert umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten im Bereich der Trinkwasserversorgungsanlagen.

Und noch immer wird das Wasser gechlort. Durch die bereits getroffenen Maßnahmen konnte diese nach Angaben von Stadtvize Detlev Koch auf aktuell 0,15 Milligramm pro Liter reduziert werden.

Die Sanierung betraf und betrifft insbesondere Anlagen der Trinkwassertransportleitung vom Hochbehälter in Wachtberg bis zu den städtischen Hochbehältern „Birresdorf“ und „Tritschkopf“. Laut Stadt sind bis dato „entscheidende Maßnahmen umgesetzt worden, die die Überwachung und den Betrieb dieser Anlagen optimieren.“

Dazu gehörten die 13 Schachtbauwerke der Transportleitung. Dort wurden laut Koch unter anderem alle betriebsrelevanten Armaturen modernisiert. Die Schächte wurden mit automatischen Entwässerungsanlagen ausgerüstet, um ein Eindringen von Oberflächenwasser Schmutzwasser, wie bei dem Störfall geschehen, zu verhindern. In den Hochbehältern „Birresdorf“ und „Tritschkopf“ wurden zudem automatische UV-Desinfektionsanlagen installiert, die das Trinkwasser desinfizieren. Beide Anlagen sind seit Mai in Betrieb. Die Kosten für die Sanierung der Anlagen in den Hochbehältern „Birresdorf“ und „Tritschkopf“ sowie für den dortigen Einbau von UV-Anlagen betragen rund 196 000 Euro. Hinzu kamen hier 17.000 Euro für die Einbindung in die Fernwirkanlage.

„Die UV-Anlagen haben eine desinfizierende Wirkung, da bei dem Bestrahlen mit ultraviolettem Licht Mikroorganismen inaktiv gemacht werden“, erläutert Diplom-Ingenieur (FH) Thomas Blech, der als stellvertretender Werkleiter des Wasserwerkes im Einsatz ist. Der Wassertransport läuft demnach wie folgt ab: Wenn der Wasserstand in einem der beiden Hochbehälter einen gewissen Stand unterschreitet, wird über die Fernwirkanlage Wasser vom Pumpwerk in Wachtberg „angefordert“. Wenn dort der Startvorgang eingeleitet wird und die Pumpen langsam „hochfahren“, sind in den Hochbehältern die UV-Anlagen mittels Technik auf die bevorstehende Arbeit vorbereitet.

Aktuell erfolgt der Neubau von zwei Schachtbauwerken der städtischen Trinkwassertransportleitung auf dem Gebiet der Gemeinde Wachtberg. Zudem ist nach Angaben von Koch „die Planung zur Sanierung von weiteren elf Schachtbauwerken“ in Arbeit. Mit einer Fertigstellung der kompletten Maßnahme rechnet die Stadt im zweiten Quartal 2018.

Das komplette Sanierungskonzept für die Wassertransportleitung vom Hochbehälter „Wachtberg“ bis zum Hochbehälter „Tritschkopf“ einschließlich aller Schachtbauwerke und der Ingenieurhonorare beläuft sich auf rund 1,25 Millionen Euro.

Koch: „Zur Modernisierung unserer Eigenwasserversorgung werden die beiden städtischen Wasserwerke An den Ulmen und Walporzheimer Straße mit UV-Desinfektionsanlagen ausgerüstet. Diese ist im Wasserwerk Walporzheimer Straße seit dem 14. Juli in Betrieb. Die Installationsarbeiten im Wasserwerk An den Ulmen laufen derzeit. Die Inbetriebnahme ist für September vorgesehen.“ Der Auftrag in Höhe von rund 90 000 Euro wurde im April vom Rat erteilt. 15.000 Euro sind für die ergänzende Einbindung in die Fernwirkanlage vorgesehen.

An den Ulmen beaufsichtigt noch etwa zwei Wochen Wassermeister Dieter Becker die Montage der UV-Anlage durch eine Fachfirma und gerät im Gespräch mit dem General-Anzeiger ob neuer Möglichkeiten fast ins Schwärmen: „Das Aggregat tötet Keime, die sogar gegen Chlor resistent sind. Was da raus kommt, ist keimfrei.“

Auch habe die wie eine liegende silberne Tonne im Gepäcknetz des Wasserwerkes befindliche Anlage einen innenliegenden Zylinder, der die Selbstreinigung übernehme. Das sei ein großer Vorteil gegenüber älteren UV-Anlagen, die regelmäßig per Hand gesäubert werden müssten. Oberste Zielsetzung ist für die Stadt das „Sicherstellen einer weiterhin hervorragenden Wasserqualität und dies mit dem vor dem Störfall vorhandenen Vorsorgechlorwert von 0,1 Milligramm pro Liter.