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Öffentliche Anerkennung für großes Engagement

Öffentliche Anerkennung für großes Engagement

Sie organisieren Hilfsaktionen, gründen ein Frauenhaus und setzen sich für Aussöhnung ein - Sechs Bonnerinnen und Bonner wurden dafür mit Verdienstkreuz und -medaille geehrt

Bonn. (smi) Für ihr außergewöhnliches soziales Engagement ehrte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann sechs Bonner mit dem vom Bundespräsidenten verliehenen Bundesverdienstkreuz und der Verdienstmedaille bei einer Feierstunde im Gobelinsaal des Alten Rathauses.

Elisabeth Gädeke (69) arbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Friedenskreis Marienforst der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde Bad Godesberg. Seit 1989 organisiert sie Hilfsaktionen für Menschen in St. Petersburg. Durch ihre Arbeit kamen in zehn Jahren 47 000Euro an Spendengeldern zusammen. Außerdem wurden für diese Aktion Lebensmittelpakete im Wert von 20 000 Euro und 6 500 Pakete mit Schuhen und Kleidung versandt.

Helga Piest (70) gehört ebenfalls zum Friedenskreis Marienforst und war auch an der Hilfsaktion für Menschen in St. Petersburg beteiligt. Von 1993 bis 1998 machte sie sich für das Hilfsprojekt "Heilung hier für bosnische Kinder" stark. Außerdem arbeitet sie seit Jahren ehrenamtlich für die Telefonseelsorge.

Elisabeth Krawczak (78) organisiert nun seit knapp 30 Jahren Treffen für Behinderte in der Lukas-Kirchengemeinde. Jedes Jahr organisiert sie zweiwöchige Freizeitfahrten für bis zu 50 Teilnehmer, die sie auch begleitet. Seit etwa zehn Jahren betreut sie auch Kindernachmittage, Kinderfreizeiten und Theateraufführungen.

Außerdem hat sie sich über Jahre um drei alleinstehende, schwerkranke Menschen bis zu deren Tod gekümmert. Eine davon war ihre ehemalige Lehrerin, die 105 Jahre alt wurde.

Else Rieser (58) gründete 1977 den Verein "Hilfe für Frauen in Not - Frauenhaus Bonn e. V.", der körperlich oder psychisch misshandelte Frauen unterstützt. Von 1981 bis 1990 war Rieser die Vorstandsvorsitzende des Vereins und von 1996 bis 2001 leitete sie ehrenamtlich das Margarete-Grundmann-Haus, ein großes Wohn- und Begegnungszentrum für Senioren in Bonn.

1995 rief sie den "Minsk-Club Bonn e. V." ins Leben und betreut seitdem dort den Bereich "Soziale Aktivitäten". Durch ihr Engagement kamen seit 1997 Ferienprojekte für Tschernobylkinder und im Sommer 2000 für Kinder aus Minsker Problemfamilien zu Stande. Außerdem arbeitet sie seit 1984 ehrenamtlich im paritätischen Wohlfahrtsverband. 1989 wurde sie stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes auf Länderebene und 1994 Vorsitzende der Kreisgruppe Bonn.

Die Eheleute Gerda und Manfred Struck (beide 61) engagieren sich seit vielen Jahren für die Aufarbeitung deutscher und europäischer Geschichte und die Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel. Manfred Struck war 1993 einer der Mitbegründer des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie e. V.".

Bis 1996 gestaltete er dort als Geschäftsführer den Aufbau des Vereins. Außerdem organisierte er Veranstaltungen für Jugendliche an Schulen mit Zeitzeugen. Das Ehepaar ist publizistisch tätig. 2001 erschien "Chelmo/ Kulmhof - Ein vergessener Ort des Holocaust?" und ein Jahr darauf "Rachel''s Erinnerungen". Gerda Struck hilft seit vier Jahren bei "Essen auf Rädern."