Investitionen sollen regionale Wirtschaft ankurbeln Per Workshop zur Klimaneutralität

Wachtberg-Niederbachem · Wachtberg soll klimaneutral werden. Wie das gelingen kann, dazu gab es nun einen ersten Workshop. Dabei wurden Ideen mit den Schwerpunkten Mobilität, Energieeffizienz, natürlicher Klimaschutz und erneuerbare Energien entwickelt.

 Ortslandwirt Michael Hüllen machte beim ersten Workshop Klimaneutralität im Henseler Hof in Wachtberg-Niederbache mit. Dort entstanden schon erste Ideen.

Ortslandwirt Michael Hüllen machte beim ersten Workshop Klimaneutralität im Henseler Hof in Wachtberg-Niederbache mit. Dort entstanden schon erste Ideen.

Foto: Petra Reuter

Rund 50 Besucher hörten vergangenen Mittwoch beim ersten Wachtberger Workshop zur Klimaneutralität den Impulsvortrag von Michael Müller und Eike Zender vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement. Während man die Klimaneutralität kreisweit bis 2045 erreichen will, möchte Wachtberg ab 2035 ausgewogen dastehen. In diesem Jahr sollen deshalb dem ersten Workshop eine Online-Befragung und ein weiterer Workshop im Herbst folgen. Für den Auftakt hatten die Zuhörer Argumente und Ideen mitgebracht.

Erste Orientierung boten die Referenten zu Beginn der knapp dreistündigen Veranstaltung mit der Vorstellung einer Bilanz aus dem Jahr 2019. Diagramme zeigten beispielsweise einen deutlich überwiegenden Stromverbrauch in privaten Haushalten von mehr als 62 Prozent vom gesamten Stromverbrauch im Ländchen. Dem stand ein Stromanteil aus Photovoltaikanlagen von knapp neun Prozent gegenüber. Im Wärmeverbrauch lagen die privaten Haushalte bei fast 90 Prozent von 225.200 Megawattstunden. Diese Wärme stammte zu rund 95 Prozent aus fossiler Wärmegewinnung.

Ein Grund zum Zurücklehnen ist das sicherlich nicht und zur Klimaneutralität sei es ein weiter Ein Weg, den Wachtberg gemeinsam mit den Bürgern gehen wolle, sagte Bürgermeister Jörg Schmidt. Während man mit der Vermeidung und Reduzierung von Ressourcenverschwendung im ersten Schritt viel zur Klimaneutralität beitragen könne, müsse man im zweiten Schritt den Ausgleich von Ressourcenverbrauch betrachten, sagte Müller. Das Ineinandergreifen von Maßnahmen solle durch zielgerichtete Investitionen in eine an der Wertschöpfungskette orientierten Kreislaufwirtschaft münden und damit regional einen positiven ökonomischen Effekt auf die Kommunen zur Folge haben.

Vier verschiedene Themenschwerpunkte

Ideen dazu entwickelten die Wachtberger nach dem Vortrag an einer der vier Workshopstationen mit den Schwerpunkten Mobilität, Energieeffizienz, natürlicher Klimaschutz und erneuerbare Energien. Der Betreiber der Gimmersdorfer Kompostieranlage Klaus Riebau machte in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit einer effizienten Biogasanlage mit einer Leistung von fünf bis sieben Megawatt auf seinem Gelände aufmerksam.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Werthhoven Hans-Joachim Duch berichtete, dass die Installation von Photovoltaiktechnik beim Bau des Pössemer Treffs vor rund 25 Jahren am finanziellen Potenzial gescheitert sei. Er konnte sich vorstellen, eine passende Anlage zur klimaneutralen Energieerzeugung durch verschiedene Nutzer mit verschiedenen Nutzungszeiten effizient einzusetzen. Auch in der Landwirtschaft seien Maßnahmen zum Klimaschutz denkbar, fanden etliche Teilnehmer. Die Landwirtschaft stehe der Kommune in dieser Hinsicht zur Seite, stellte Ortslandwirt Michael Hüllen klar. Schaffen könnten das „aber nur Gesellschaft, Kommune und Landwirtschaft gemeinsam“, so Hüllen.

Die Online-Umfrage für die Bürger wird unter zwischen dem 20. und dem 22. Mai freigeschaltet und soll laut Gemeinde etwa sechs Wochen nutzbar sein.