Pia Heckes tritt wieder als Bürgermeisterin und Parteichefin an

Bonner CDU-Vorsitzende fordert Geschlossenheit und lehnt "Pöstchenjägerei" ab - Hauschild kein Thema

  Tritt wieder an:  Pia Heckes.

Tritt wieder an: Pia Heckes.

Foto: Frommann

Bonn. Die CDU-Kreisvorsitzende Pia Heckes stellt sich erneut zur Wahl als Bürgermeisterin und als Parteichefin. "Ich bin dazu bereit", sagte sie am Montag in einem Gespräch mit dem GA, in dem sie Kritik an ihrer Person und am Wahlkampf zurück wies. Das Gerede über Personen und Posten hinter dem Rücken nütze der CDU nichts. "Ich gehe dagegen mit Zähigkeit an", sagte Pia Heckes.

Statt solcher Planspiele müsse die CDU sich wieder als "gestaltende Kraft" profilieren. Dabei müssten die Mitglieder "anständig und verlässlich miteinander umgehen". Pia Heckes: "Ich lasse keine Pöstchenjägerei zu."

Einig ist sich Heckes mit Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) darin, Schule und Bildung in den Mittelpunkt der Politik zu stellen. Die Zustimmung zu Vorschlägen der OB hänge vor dem Hintergrund der desolaten Finanzlage aber "von den Konditionen" ab.

Daneben wolle die CDU Bonn wirtschaftsfreundlicher machen - etwa dadurch, dass "überflüssige städtische Vorschriften" gestrichen würden oder durch die Einrichtung einer "Pfadfinderlösung für Unternehmensgründer". Pia Heckes wies darauf hin, dass es bereits Gespräche mit der FDP und der SPD gegeben habe.

Die CDU wolle in den kommenden fünf Jahren nicht mit "zufälligen, wechselnden Mehrheiten" im Rat arbeiten. Sie könne sich vorstellen, "bestimmte Projekte mit der SPD auf den Weg zu bringen". Dabei müsse aber immer das Profil der CDU sichtbar bleiben.

Die Grünen bezeichnete Heckes als "schwierigen Partner". Die Grünen hätten sich im Wahlkampf "nicht offen und ehrlich" gezeigt.

Auf die Frage nach eigenen Ambitionen auf politische Mandate sagte Heckes: "Ich bin froh mit dem, was ich mache und ich will frei sein in meinen Entscheidungen. Wir haben zwei hervorragende Landtagsabgeordnete, die ich voll unterstützen werde." Die beiden Abgeordneten Helmut Stahl und Gerhard Lorth stellen sich am 2. November bei der Kreismitgliederversammlung ihrer Wiederwahl.

Spekulationen, einer Zusammenarbeit zwischen FDP und CDU im Stadtrat stehe eine mögliche Kandidatur von Uli Hauschild (FDP) auf einen der Bürgermeister-Posten im Weg, sagte Heckes: "Ich habe mit Hauschild gut zusammengearbeitet; das ist überhaupt kein Thema." Hauschild war in der letzten Legislaturperiode nach internem Streit von der CDU zu den Liberalen gewechselt.

Mit Blick auf die Querelen zwischen CDU und CSU sagte Pia Heckes, entscheidend für den Erfolg sei die Geschlossenheit: "Das ist es, was die Bürger wollen." Die Partei muss ihrer Ansicht nach das Christlich-Soziale stärker in den Vordergrund stellen und dies mit wirtschaftsfreundlichen Entscheidungen verbinden.