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Pleistalwerk soll zum Zentrum für Natur und Umwelt werden

Pleistalwerk soll zum Zentrum für Natur und Umwelt werden

Einen kompletten Kühlschrank mit Lebensmitteln haben Umweltfrevler am Gittertor zum alten Pleistalwerk einfach mal so entsorgt.

Den Stacheldrahtzaun um die Ruine haben Unbekannte an mehreren Stellen eingerissen. Noch immer scheint die ehemalige Tonziegel- und Steinzeugfabrik ein Anziehungspunkt zu sein, auch wenn die Natur sich das Areal weitgehend zurückgeholt hat. Bäume wachsen aus dem Gemäuer, und von der Pleistalstraße aus ist die Ruine kaum mehr zu sehen.

Die Natur soll aber auch in der Zukunft die entscheidende Rolle bei der Entwicklung des 6,8 Hektar großen Areals spielen. Wo mitunter Fotografen Shootings mit Models veranstalten und Graffiti-Sprayer ihre Zeichen hinterlassen, will der vor Kurzem gegründete Verein "Umweltbildungszentrum - Das Pleistalwerk" ein Zentrum für Natur und Umwelt realisieren, wie es auch im Stadtentwicklungskonzept der Stadt Sankt Augustin vorgesehen ist.

Ein erstes Konzept dafür liegt seit Donnerstag vor. "Im Februar treffen wir uns mit den Eigentümern, um auszuloten, wie und zu welchen Konditionen wir das Grundstück erwerben können", sagte Vereinsvorsitzender Christian Günther. Finanziert werden soll der Kauf über Förder- und Stiftungsgelder.

Viele Investoren waren schon daran interessiert. Eine neurologische Rehabilitationsklinik sollte mal gebaut werden. Ein Thermalbad mit Kur- und Tagungshotel für 50 Millionen Euro scheiterte an den Bürgern aus Niederpleis und Birlinghoven. Wohnbebauung, und sei sie auch mit Wellness-Einrichtungen kombiniert, hat auch die Stadt bisher immer kategorisch abgelehnt.

Nun also ein Umweltbildungszentrum mit Tagungsstätte, Gastronomie, Labor- und Seminarräumen, Umweltmuseum und Läden mit regionalen Produkten. Flankiert werden soll das Ganze mit einem Umweltprogramm, das Bildungsveranstaltungen, Wanderungen und Exkursionen umfasst. Dabei kommt den derzeit 24 Mitgliedern des Vereins, die das Vorhaben als offenes Bürgerprojekt angelegt haben, zugute, dass das Areal ein Tor zum Naturpark Siebengebirge darstellt. "Das Gelände ist für eine derartige Nutzung geradezu prädestiniert", sagt Günther.

Jeder sei willkommen um mitzuarbeiten. Mit ersten Bildungsangeboten sollen laut Günther die "Nutzer zu Akteuren werden". Das Projekt könne eben nur Schritt für Schritt realisiert werden. "Es wird sicher ein jahrelanger Prozess werden, der weit in die Zukunft reicht", so Günther.

Zielgruppen sind vor allem Kinder und Jugendliche. Es richtet sich aber auch an Erwachsene jeden Alters, an Gruppen und Initiativen. Ebenso könnte das Umweltbildungszentrum auch therapeutische Angebote entwickeln sowie als Aus- und Weiterbildungsort für Naturführer, Landschaftspfleger oder Wildnisführer dienen. Und über allem steht der Schutz der Natur. Nicht nur angesichts des Mülls, der dort immer wieder abgeladen wird, ein durchaus sinnstiftendes Anliegen.

Das Konzept kann über die Homepage des Vereins www.ubz-pleistalwerk.de abgerufen werden. Weitere Informationen nach E-Mail an info@ubz-pleistalwerk.de.