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Bestattung in Rheinbach: Ruhestätte für getöteten Säugling

Bestattung in Rheinbach : Ruhestätte für getöteten Säugling

Der Säugling, der am Sonntag vor zehn Tagen an der Autobahn-Raststätte Peppenhoven-Ost tot aufgefunden wurde, soll in Rheinbach seine letzte Ruhe finden. Das Rheinbacher Bestattungsunternehmen Pfahl, dessen Mitarbeiter das Baby am Fundort abholten, hat den Wunsch geäußert, das Kind in der kommenden Woche zu beerdigen.

Theologe Alexander Kirfel wird die Zeremonie im Bestattungshaus an der Weiherstraße gestalten. Anschließend soll der Junge in einem Kindergrab auf dem Friedhof Sankt Martin in Rheinbach beerdigt werden. Normalerweise ist in solchen Fällen das Ordnungsamt der Stadt zuständig - das Kind würde anonym beerdigt. "Wir möchten mit der Bestattung dem Jungen ein Stück seiner Würde zurückgeben", sagte Kirfel am Dienstag.

Damit das Neugeborene nicht namenlos beerdigt wird, soll auf dem Kreuz der Name "Adam" stehen. "Erdling" oder "Mensch" bedeute das im Hebräischen, erläutert Kirfel. Auf die religiöse Bedeutung des Namens möchte der Theologe auch in der Zeremonie eingehen. "Mir ist vor allem wichtig, dass wir nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen."

Die Stadt Rheinbach begrüßt den Vorschlag des Bestattungsinstituts. "Ein solches Begräbnis ist auch in unserem Sinne", sagte Pressesprecher Peter Feuser. "Für uns ist klar, dass der Säugling in Rheinbach beerdigt werden soll."

Wann genau das Begräbnis stattfinden kann, ist noch unklar. Eigentlich hatten die Bestatter einen Termin schon in dieser Woche angestrebt. Die Polizei habe aber darum gebeten, wegen der Ermittlungen zunächst mindestens bis zur kommenden Woche zu warten, sagte Kirfel. Näheres hierzu war am Dienstag bei der Bonner Polizei nicht in Erfahrung zu bringen.

Ein Lasterfahrer hatte das Baby am 15. Juli unter einem Fahrzeug auf der Raststätte an der A 61 gefunden. Eine Obduktion hatte ergeben, dass das Baby getötet worden war.

Obwohl die Mordkommission ihre Ermittlungen ausgeweitet und auch Polizei und Medien in den Niederlanden und Belgien eingeschaltet hat, fehlt von der Mutter bisher jede Spur. Heute um 20.15 Uhr ist der Fall Thema in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Hinweise an die Bonner Polizei unter 0228/150.