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Sanierungsstopp im Siegburger Kreishaus

Sanierungsstopp im Siegburger Kreishaus

Asbest und künstliche Mineralfasern sorgen für einen Sanierungsstopp im Siegburger Kreishaus.

Rhein-Sieg-Kreis. (syl) Asbest und künstliche Mineralfasern sorgen für einen Sanierungsstopp im Siegburger Kreishaus. Wie die Kreisverwaltung mitteilte, haben wegen der Schadstoffe die derzeit im Rahmen des Konjunkturpakets II durchgeführten Sanierungsarbeiten an den Heizungs- und Lüftungsanlagen unterbrochen werden müssen.

Die Verwaltung eilt sich zu versichern: "Von den Arbeiten gehen keine Gefahren für die Besucher oder Beschäftigen im Kreishaus aus." Wie sich die Schadstoff-Funde auf die Kosten auswirken, stehe noch nicht fest. Bisher waren vier Millionen Euro für die Sanierung veranschlagt. Durch eine Materialanalyse des Dämmstoffes der auszutauschenden Rohrleitungen sei festgestellt worden, dass dieser künstliche Mineralfasern enthält.

Zudem werden im Bereich des alten Heizkessels mit Asbest belastete Einzelteile vermutet, die nun unter Beachtung der Arbeitsschutzbestimmungen ausgebaut und fachgerecht entsorgt werden müssen. Die Installationen der neuen Lüftungs- und Heizungsanlagen im Kreishaus verzögern sich durch diese Arbeiten, da die Demontage der Altanlagen immer wieder durch die notwendige Beseitigung von schadstoffbehaftetem Material unterbrochen werden muss.

Im Rahmen der Umbauarbeiten des Straßenverkehrsamtes wurden bereits im Jahr 2008 im Kreishaus asbesthaltige Platten im Brüstungsbereich der Fenster sowie asbesthaltige Materialien an Brandschutzklappen und Rohrleitungen festgestellt. Daraufhin wurden das Straßenverkehrsamt und die Brüstungen im gesamten Kreishaus innerhalb von 18 Monaten asbestsaniert.

Anfang des Jahres wurde mit der Sanierung der Brandschutzklappen in dem in den 70er Jahren erbauten Gebäude begonnen. Künstliche Mineralfasern (KMF) sind synthetisch hergestellte Dämmstoffe mit faseriger Struktur. Sie werden häufig zur Dämmung von Rohrleitungen oder als Isolierung von Dachräumen eingesetzt, aber auch für die Verstärkung von Kunststoffen oder für Lichtleitfasern verwendet.

Vor 1996 produzierte künstliche Mineralfasern weisen häufig eine chemische Zusammensetzung auf, die zu ihrer Einstufung als "Stoffe, die in Verdacht stehen, krebserregend zu sein" führte. Asbest dagegen gilt nach derselben Richtlinie als erwiesenermaßen krebserregend. Nach 1996 hergestellte KMF-Produkte sind dank einer anderen Zusammensetzung als unbedenklich eingestuft.