Organisiert vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Sieben Jahre alte Wachtbergerin gewinnt Schreibwettbewerb

Wachtberg · Die sieben Jahre alte Rosa Kötschau aus Wachtberg hat mit ihrer Geschichte beim Jugend-Schreibwettbewerb Theo gewonnen. Sie setzte sich gegen 600, teilweise deutlich ältere, Jugendliche durch. Worum es in ihrer Geschichte geht und wie sie auf die Idee dazu kam, hat sie dem GA verraten.

 Beim Schreiben von Geschichten taucht Rosa Kötschau in ihre eigene Fantasiewelt ein.

Beim Schreiben von Geschichten taucht Rosa Kötschau in ihre eigene Fantasiewelt ein.

Foto: Sebastian Flick

Gleich mit ihrer ersten eingesandten Geschichte erzielte Rosa Kötschau einen sensationellen Erfolg: Die sieben Jahre alte Wachtbergerin zählt zu den jüngstenTeilnehmern des diesjährigen Jugend-Schreibwettbewerbs Theo. Mit ihrer Geschichte „Ein Treffen der besonderen Art“ konnte sie sich gegen 600 teilnehmende Kinder und Jugendliche behaupten.

Damit ist die Zweitklässlerin, die die Grundschule Wachtberg-Villip besucht, die jüngste Siegerin des Schreibwettbewerbs für 7 bis 20-Jährige aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Kötschau ist außerdem eine der wenigen Teilnehmerinnen, die gleich mit ihrer ersten bei einem Schreibwettbewerb eingesandten Geschichte, zur Siegerin gekürt wurde.

Zur Teilnahme an dem Schreibwettbewerb inspiriert hatte sie das WDR Maus-Radio, das sie zusammen mit ihren Geschwistern regelmäßig hört. Das Kinderradio berichtete über den Schreibwettbewerb, woraufhin zunächst Rosas zehnjährige Schwester Nora ein Gedicht verfasste und anschließend auch Rosa zu Stift und Papier griff.

Beim Schreiben ihrer Geschichte zum vorgegebenen Thema „Spuren“ ließ sie ihrer Fantasie freien Lauf: So erzählt Rosa die Geschichte von der Zahnfee, die sich auf die Suche nach einem Kind begibt, das krankheitsbedingt Weihnachten und Ostern verpasst hat, um ihm nachträglich ein Geschenk zu überreichen. Auf der Suche nach dem Haus des Kindes entdeckt die Zahnfee Spuren vom Nikolaus, dem Christkind und dem Osterhasen. Alle drei schließen sich dem Fabelwesen an und so kommt es schließlich zum „Treffen der besonderen Art“.

Jury kannte das Alter der Autorin nicht

Die Jury des vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Berlin-Brandenburg veranstalteten und nach dem deutschen Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) benannten Schreibwettbewerbs hatte sämtliche Einsendungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum anonymisiert bewertet, kannte das Alter der jungen Schreibtalente also nicht.

Literatur ist schon lange Rosas Leidenschaft: So konnte sie bereits lesen, bevor sie eingeschult wurde und hat bis heute schon zahlreiche Kinderbücher verschlungen. „Früher habe ich noch mehr gelesen als jetzt“, sagt die Grundschülerin und blickt damit auf die Wintermonate zurück, ihre Lieblingslesezeit. Die Sommermonate verbringt sie meistens draußen, spielt mit ihren Freundinnen oder fährt Fahrrad. Auch Ballett zählt zu ihren Hobbies.

Als Rosa mitbekam, wie ihre Eltern der größeren Schwester Geschichten vorlasen, weckte dies auch bei Rosa das Interesse an Büchern. „Am liebsten lese ich Tiergeschichten. Meine Lieblingsbücher sind ,Eulenzauber‘ und die Geschichten der Reihe ,Ostwind‘“, sagt Rosa. Am Schreiben liebt sie es, sich eigene Welten mit eigenen Figuren auszudenken: „Es ist schön, wenn sich der Osterhase und der Nikolaus treffen. So etwas geht nur in meinen Geschichten“, sagt Rosa.

Autorin hat schon eine Idee für die nächste Geschichte

Die entwickeln sich meistens aus einer Idee, die Rosa zunächst in Form einer oder zwei Zeilen auf Papier bringt. Eine erste Idee für eine neue Geschichte hat Rosa auch schon: Sie soll von einem kleinen Regenbogen handeln. „Seine Mama ist die Sonne. Sein Papa ist der Regen. Sein kleiner Freund ist das Reh“, verrät Rosa.

Um ihren ersten Literaturpreis entgegen zu nehmen, ist Rosa zusammen mit ihrer Mutter extra nach Potsdam gefahren. Hier durfte sie nicht nur an Schreib-Workshops teilnehmen, sondern bei der Preisverleihung in der Staatskanzlei auch ihren Gewinner-Text vor einem großen Publikum vorlesen. „Zuerst war ich ein bisschen aufgeregt, dann ging es aber“, berichtet Rosa.

Was sie später beruflich machen möchte, weiß sie heute noch nicht, aber ein großes Ziel für die nahe Zukunft hat Rosa schon. „Nächstes Jahr möchte ich auf jeden Fall wieder bei Theo mitmachen“, sagt sie. Im September wird das Jahresthema bekannt gegeben. Rosa ist schon jetzt gespannt, wie es wohl lauten wird.