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Immer mehr Fälle im Siebengebirge: Ärger über wilden Müll am Weilberg

Immer mehr Fälle im Siebengebirge : Ärger über wilden Müll am Weilberg

Unbekannte hinterlassen in großem Stil ihren Unrat am Rastplatz im Siebengebirge.

„Wir waren total geschockt.“: Als Christine Raths und ihr Mann beim Spaziergang zum Weilberg den oberen Aussichtspunkt erreichten, trauten sie ihren Augen nicht: Rund um die Sitzgruppe aus Holz, die dort zum Rastmachen einlädt, türmte sich der Müll. Auf dem Tisch standen leere Cola- und Bierflaschen, Plastikbecher und Getränkedosen, auf dem Boden achtlos weggeworfene Tüten und Servietten. Offensichtlich hatten es Picknickgäste nicht für nötig befunden, ihre Hinterlassenschaften wieder wegzuräumen und den Müll einfach stehen lassen. „Es ist eine Schande“, sagt Raths. „Wenn man das Zeug dorthin schleppt, dann kann man es doch auch wieder mit zurücknehmen.“ Die Thomasbergerin ärgert sich des Öfteren über achtlos weggeworfenen Müll in der Landschaft. „Es tut weh, wenn man so etwas sieht. Wir haben doch so eine schöne Natur hier.“

Die traurige Entdeckung ist kein Einzelfall. „Das kommt leider Gottes verstärkt vor“, sagt Werner Stieber, Geschäftsführer des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS). Immer wieder werden Verein und Forstbehörden von Wanderern und Spaziergängern auf Müll hingewiesen. Wie auch in diesem Fall, den der VVS zuständigkeitshalber an das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft weitergemeldet hat. Es gebe regelrechte Müll-Hotspots, so am Weilberg oder am Stenzelberg. Vor allem in den Schutzhütten und auf den Rastplätzen sammelt sich der Unrat. „Ich frage mich manchmal, wie es bei den Leuten, die sich so verhalten, wohl zu Hause aussieht“, ärgert sich Stieber. Zumal es ehrenamtliche Helfer des VVS oder Waldarbeiter sind, die den Müll wieder wegräumen müssen.

Das Problem werde derzeit durch den zunehmenden Besucherandrang verschärft, so Stieber. In den letzten Wochen sei der Schnee verlockend gewesen, jetzt würden steigende Temperaturen Ausflügler in die Natur locken. „Wir freuen uns über Besucher im Naturpark“, betont Stieber, aber auch hier gebe es Regeln, zum Beispiel keinen Müll zu hinterlassen. Oft werden die VVS-Mitarbeiter gefragt, warum im Wald keine Mülleimer aufgestellt werden. „Es ist einfach nicht leistbar, diese regelmäßig zu entleeren“, erklärt Stieber. Stattdessen sei jeder aufgefordert, seinen Müll zu Hause ordnungsgemäß zu entsorgen.

Der Unrat verschandele nicht nur die Natur, sondern er sei eine Gefahr auch für die Tierwelt: „Wildschweine und Füchse sind durchaus neugierig, und es kann ja auch Nahrhaftes in den Müllresten stecken.“ Noch habe er hier zwar keinen Fuchs gesehen, der eine Mülltüte um den Hals hat, „aber auszuschließen ist es nicht.“ qg