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Fällung im Reitersdorfer Park Bad Honnef: 150 Jahre alte Rotbuche ist nicht zu retten

Fällung im Reitersdorfer Park Bad Honnef : 150 Jahre alte Rotbuche ist nicht zu retten

150 Jahre hat die prägende Rotbuche im Reitersdorfer Park in Bad Honnef überdauert. Jetzt hat Pilzbefall dem Baum derart zugesetzt, dass er gefällt werden muss. Die Stadt plant eine Ersatzpflanzung am selben Ort.

Rund 150 Jahre überstand die etwa 26 Meter hohe und mächtige Rotbuche im Reitersdorfer Park Wind und Wetter, blieb bei Gewittern und Stürmen standhaft und überdauerte sogar die beiden Weltkriege. Jetzt muss der prägende Baum gefällt werden. Das teilte die Stadt Bad Honnef mit. Demnach wird der in die Jahre gekommene Baum in dieser Woche zunächst „entlastet“, wie es heißt. Anfang Januar dann müsse der Baum komplett gefällt werden.

Baumpfleger waren mehrfach im Einsatz

Mit viel Aufwand hätten Baumpfleger in den vergangenen Jahren um den historischen Großbaum gekämpft und die Lebenserwartung verlängert, so die Mitteilung der Stadtverwaltung. Dennoch sei die Vitalität der Rotbuche immer weiter geschwunden, zuletzt schneller als erhofft. Laut Phillip Siegel vom Fachdienst Umwelt und Stadtgrün sei unter anderem die Krone schon einmal gekürzt, dann der Baum gezielt gedüngt und belüftet und sogar bei anhaltender Trockenheit gewässert worden, um die Rotbuche zu retten. Dann aber habe sich Pilzbefall im unteren Stamm- und Wurzelbereich festgesetzt. Siegel: „Das aktuell vorliegende Gutachten bestätigt nun, was die vielfältigen vorangegangenen Untersuchungen bereits prophezeit haben: Der Baum muss gefällt werden, um eine Gefahr für Spaziergänger und Parkbesucher abzuwenden.“

Ausschlaggebend seien neue Querrisse, die sich mittlerweile gut sichtbar gebildet hätten, so Fachdienstleiterin Carolin Böhm: „Der fortschreitende Pilzbefall, welcher bei jungen und vitalen Bäumen kaum Schaden anrichten kann, hat der alten Rotbuche zusätzlich geschadet.“ Zugversuche hätten ergeben, dass Stand- und Bruchsicherheit fehlten.

Sechs Meter hoher Ersatzbaum

Am Dienstag, 22. Dezember, würden darum Facharbeiter zunächst Entlastungsschnitte durchführen. Voraussichtlich am Mittwoch, 6. Januar wird die Rotbuche dann gefällt, bedauert Böhm: „Der Verlust eines großen und prägenden Gehölzes ist immer tragisch und mit der Herausforderung verbunden, einen Ersatz zu finden, der den Verlust möglichst schnell wieder ausgleichen kann.“

Deshalb habe sich der Fachdienst Umwelt und Stadtgrün dazu entschieden, an die gleiche Stelle wieder eine Rotbuche zu pflanzen, ergänzt Siegel: „Nach einem großzügigen Bodenaustausch in dem Bereich wird die neue Buche in Form einer Großbaumpflanzung diesen besonderen Standort zieren. Die Pflanzung des circa sechs Meter hohen Ersatzbaumes, der bereits jetzt einen Stammumfang von 50 bis 60 Zentimeter aufweist, soll je nach Witterung im Januar oder Februar stattfinden und den Menschen im Reitersdorfer Park ebenfalls hoffentlich mehr als hundert Jahre Freude bereiten und Schatten spenden.“

Die Stadt Bad Honnef bittet um Verständnis, dass während der Fällarbeiten der Bereich um den Baum abgesperrt werden muss. Vorübergehende Behinderungen für Fußgänger seien unvermeidbar.