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Team aus der Region: 4800 Kilometer Abenteuer beim härtesten Radrennen der Welt

Team aus der Region : 4800 Kilometer Abenteuer beim härtesten Radrennen der Welt

Rolf Nett, Beppo Miebach, Britta Diehl und René Döring starten als Team bei einem der härtesten Radrennen der Welt. Beim „Race Across America“ geht es für den Buchholzer Nett und seine Mitfahrer aus Bad Honnef und Köln in maximal neun Tagen von Küste zu Küste.

Nach der Teilnahme in einem Team am „Race Across America“ ist man entweder miteinander befreundet oder man spricht nicht mehr miteinander. Der Spruch ist zwar nicht von ihm, doch für den Buchholzer Rolf Nett steckt in diesen Worten viel Wahres. Am 18. Juni geht der 64-Jährige zum vierten Mal als Racer, das heißt als Fahrer, beim härtesten Radrennen der Welt an den Start. Für seine drei Teamkollegen vom RSC Buchholz, Beppo Miebach, Britta Diehl (beide aus Bad Honnef) und René Döring (Köln), ist es die Premiere als Fahrer. Als Crew-Mitglieder waren sie allerdings alle schon mal dabei.

„Es ist schon sinnvoll, wenn man sich persönlich kennt“, sagt Nett. Die Crew sei schließlich Tag und Nacht im Einsatz. „Da kommt auch noch der Schlafmangel dazu.“ Die Racer müssten nur Radfahren, während die Helfer Essen kaufen und zubereiten, das Wohnmobil versorgen und navigieren sowie die Fahrer bei Laune halten müssten. „Die haben einen sehr harten Job.“ An einem erfolgreichen Rennen hätten daher die Crew, die Racer und die Logistik jeweils zu 30 Prozent Anteil, die restlichen zehn Prozent entfielen auf das Wetter. Schließlich ist das „Race Across America“ das härteste Radrennen der Welt – zumindest für die Solofahrer.

Während die Profis bei der Tour de France in drei Wochen 3200 Kilometer fahren, brauchen die Einzelkämpfer beim RAAM für knapp 5000 Kilometer nur acht Tage – ohne Team und ohne Wasserträger. „Bislang ist noch kein Profi dieses Rennen angegangen. Das ist denen zu hart“, vermutet Nett.

Das Ziel war anders gesteckt

Seine Vierer-Mannschaft, das Heinemann XP Team 2.0, besteht neben den vier Racern aus acht Crew-Mitgliedern. Sie starten am 18. Juni in Oceanside in Kalifornien und wollen versuchen, die knapp 5000 Kilometer bis nach Annapolis an der Ostküste nonstop in weniger als sechs Tagen und 14 Stunden zu schaffen. Bei dieser Zeit steht der von Rolf Nett und seinem früherer Team seit dem Jahr 2011 selbst gehaltene Streckenrekord für Vierer-Teams in der Altersklasse über 50 Jahre. Dabei war das Ziel 2017 eigentlich anders gesteckt. „Ich wollte mit meiner Frau Waltraud einen Streckenrekord in der Klasse über 60 Jahre aufstellen, aber sie wollte lieber in einem Achter Team fahren“, so Rolf Nett.

Von den insgesamt 22 Vierer Teams kommen drei aus Deutschland. Besonders gerne würden die Buchholzer die Mannschaft Next Generation hinter sich lassen, in der Joey Kelly und Robert Schwarz mit ihren Söhnen an den Start gehen und alle Fahrer unter 50 Jahre alt sind. Die Marschtabelle führt zu einer Endzeit von sechs Tagen und zehn Stunden.

Die Strategie sieht vor, dass an den ersten Tagen in Elf-Stunden-Schichten gefahren wird, in denen sich jeweils zwei Fahrer stündlich abwechseln, während die anderen Zeit zum Essen, Schlafen oder Regenerieren in den beiden Vans haben. Während noch 2011 nur ein Van pro Team auf der Strecke war, werden es in diesem Jahr zwei sein. Dadurch ist die Zahl der Crew-Mitglieder von fünf auf acht gestiegen. Kürzlich wurde schon mal geprobt. Statt durch die Mojave-Wüste, das Monument Valley und die Rocky Mountains mit drei Pässen über 3000 Metern ging es von Samstag bis Sonntag 18 Stunden durch den schönen Westerwald. „Das hat gut geklappt. Vor allem für die Neulinge war es wichtig zu sehen, wie die Abläufe sind“, so Nett. Jetzt fiebern alle dem 10. Juni, dem Abflugstag, entgegen. Rolf Nett: „Es ist ein reines Abenteuer – quer durch Amerika in sechs Tagen.“