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Aalkönig in Bad Honnef: Andreas Pinkwart sichert Unterstützung zu

Regentschaft verlängert : Weitere Unterstützung für die Projekte des Aalkönigs in Bad Honnef

Aalkönig Andreas Pinkwart hat die Aranka in Bad Honnef und besucht und seine Unterstützung für soziale Projekte zugesichert. Die Haupteinnahmequelle fällt in diesem Jahr nämlich weg, das Krönungsfest kann nicht stattfinden.

Hochherrschaftlicher Besuch auf der Aranka. Kurze Fahrt mit dem Bötchen vom Rheinufer in die Mitte des Toten Arms zwischen Wassersportverein und Insel Grafenwerth, noch zwei, drei Sprossen steigen – dann ging Aalkönig Andreas I. Pinkwart gemeinsam mit Aalkönigkomitee-Chef, Staatssekretär Friedhelm Ost, erstmals in seiner Amtszeit an Bord des Aalschokkers. Für den Monarchen ein tolles Erlebnis nach der Inthronisierung im vergangenen Jahr.

„Ich bin sehr gespannt, bisher kenne ich die Aranka nur von Fotos her“, sagte der NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie vorher an Land. Denn wegen Corona und Abstandhalten war der Besuch des denkmalgeschützten Aalfangschiffes nur mit kleinstem Hofstaat möglich. Nur Bundestagsabgeordnete Nicole Westig und Bürgermeister Otto Neuhoff durften außerdem die Schiffsplanken betreten.

Erste zweijährige Regentschaft

Wegen der Pandemie ist diesmal ohnehin alles anders. Ost dankte Pinkwart, dass er von seinem Amtssitz in Düsseldorf nach Bad Honnef gekommen war und weil er das Aalvolk nicht nur ein, sondern ein weiteres Jahr regieren wird. Bekanntlich ist die für Oktober geplante Krönung seiner Nachfolgerin auf 2021 verschoben. Ost: „Eine zweijährige Regentschaft hat es noch nie gegeben.“

Andreas I. habe sich wie seine Vorgänger in den Dienst der guten Sache gestellt. „Sie sind ein Prachtexemplar unter den politischen Aalen. Sie sind ein echter Liberaler mit sozialem Herzen.“ Ost dankte Pinkwart auch dafür, dass er seine „royale und private Schatulle öffnet, um so unser soziales Engagement zu unterstützen“.

Krönungsfest findet nicht statt

Gerade in diesem Jahr stellt es für das Aalkönigkomitee eine Herausforderung dar, die Projekte über Wasser zu halten. Ost: „Bislang konnten wir mit dem Reinerlös dieser Krönungsfeste die sozialen Projekte im Jugendbereich finanzieren; seit 2004 waren das über 400 Projekte, die wir mit insgesamt etwa 500.000 Euro gefördert haben.“ Aber auch 2020 gelinge das trotz der außergewöhnlichen Situation mit rund 30.000 Euro. Pinkwart habe daran einen nicht unerheblichen Anteil.

Das Komitee startete als Finanzierungsalternative eine Aalkönigchallenge. Bürger und andere Sponsoren wurden um Hilfe gebeten. „Unser Aalkönig Andreas hat auch mit einem Videoclip dazu aufgerufen; mehr als 1300 Mal ist er angeklickt worden. Diese Challenge, bei der viele Menschen als Radfahrer, Wanderer, Ruderer oder auch als Musiker mitgemacht haben, hat uns einen geradezu überwältigenden Erfolg beschert.“

Mit 3000 oder 5000 Euro habe er gerechnet, so Ost. „Aber wir sind weit darüber und ganz nahe unterm Strich wie beim Aalkönigsfest. Ich kann mich nur verneigen im Dank vor unserer Bürgerschaft von Bad Honnef“, so der Komitee-Sprecher. Angesichts dessen, dass viele Unternehmer wegen Corona Einbußen hinnehmen müssten, sei dies umso beeindruckender.

Ehre und Verantwortung

Der Komitee-Chef ging auch auf die großen Herausforderungen ein, die durch die Pandemie ausgelöst wurden. Aalkönig Andreas habe mit anderen Politikern aus Bund und Land Maßnahmen auf den Weg gebracht. Zugleich seien alle gefordert, Einzelhändler, Handwerker, Dienstleister, Gewerbetreibende, Gastronomie zu unterstützen. Und: „Wir dürfen auch die nicht vergessen, die in der Corona-Krise in Not geraten sind.“

Pinkwart betonte zur zweiten Amtszeit: „Es ist mir eine Ehre, ich bin mir aber auch der Verantwortung bewusst.“ Bei den großen Herausforderungen durch Corona lernte er sogar die Fähigkeiten der Aale, insbesondere die der Gelbaale, zu schätzen. „Der Gelbaal lässt sich nicht aufhalten.“ Er schlängele sich über Land, durch feuchtes Gras, bis er das Wasser erreiche und überschreite dabei die Voraussetzungen des Fischseins. „Dieses Verhalten kann man auf die Politik übertragen.“

Der Minister ging auf die Aktivitäten der vergangenen Monate ein. So habe NRW in sechs Wochen mit 4,2 Milliarden Euro Soforthilfe geleistet. Man stehe vor weiteren Hilfen. Pinkwart: „Ich hoffe auf ein positives Wachstum, damit wir im nächsten Jahr wieder normal das Aalkönigsfest feiern können.“ Mit der Challenge würde das Aalkönigkomitee zeigen, wie man solidarisch durch die Krise kommen kann, wie Menschen bewegt und in Bewegung versetzt werden können.

„Dank für diese Initiative.“ Von Aalen könne der Mensch lernen, auch mit Schmalkost auszukommen und klare Ziele anzusteuern. Pinkwart hat tief in die „Seele“ der Aale geblickt. Griffbereit hatte er das Buch „Das Evangelium der Aale“ des Schweden Patrik Svensson. So genau hat vermutlich noch kein Aalkönig vor Andreas I. dem Aal auf die Flossen, genauer: den Flossensaum, geschaut. Und die Freude beim Aalkönigkomitee ist groß: Seine Majestät wird 2020 noch zwei weitere Male sein Reich im südlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens aufsuchen, um sich über soziale Projekte für die Jugend zu informieren.