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Abschied bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus Rhöndorf

Mit Adenauer-Witz und Medaille : Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus Rhöndorf verbschiedet

Nach 17 Jahren gibt Corinna Franz den Staffelstab bei der Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus weiter und wechselt zum Landschaftsverband. Zum Abschied gab es vom Adenauer-Enkel eine besondere Medaille. Nachfolgerin Sabine Schößler startet im Sommer.

Ob Corinna Franz „den Mut hat“, die vor 20 Jahren verkorkte Flasche Adenauerwein selbst zu kosten oder sie doch lieber weitergibt? Diese verschmitzte Frage Konrad Adenauers ließ die langjährige Geschäftsführerin der Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus in Rhöndorf am Mittwoch lieber unbeantwortet.

Die humorvolle Würdigung durch den Enkel des ersten Kanzlers der Bundesrepublik Deutschland - „Meine Frau vermutet, wir hätten die Flasche selber geschenkt bekommen.“ - geriet zum Höhepunkt des Abschieds der promovierten Historikerin. Nicht 20, immerhin aber 17 Jahre habe sie mit Herzblut und mit Erfolg ihr Amt bekleidet, wie der Adenauer-Enkel denn auch betonte. „Sie haben die Stiftung hochgebracht“, zitierte er Mitglieder der Familie Adenauer, die sehr zahlreich zum Abschied gekommen waren.

Wechsel von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauerhaus zum Landschaftsverband

Zum 1. Februar war Franz zum Landschaftsverband Rheinland (LVR) gewechselt, wo sie, wie berichtet, das Dezernat „Kultur und Landschaftliche Kulturpflege“ übernommen hat - samt der Verantwortung unter anderem für 20 Museen und Kulturdienste mit rund 900 Mitarbeitenden und einen Etat von über 100 Millionen Euro. Was, so Adenauer mit einem Augenzwinkern, auch belege, „was man hier bei uns alles werden kann“.

Gerne habe man Franz nicht ziehen lassen. „Wir waren alle begeistert von Ihnen. Sie haben sich verdient gemacht um dieses Haus und meinen Großvater“, so Adenauer, der auch Mitglied des Stiftungsvorstandes ist. Zum Dank überreichte er Franz noch ein besonderes Erinnerungsstück an den „Alten von Rhöndorf“, der weite Teile ihres Berufslebens geprägt hat: eine dem Namensgeber der Stiftung zugedachte Medaille aus dem Jahr 1956.

Zuvor war es nach der Begrüßung durch Stiftungs-Vorstandsvorsitzenden Stefan Vesper zunächst an Professor Jürgen Rüttgers, den Beitrag der 1967 in Darmstadt Geborenen, die in Bonn, Freiburg, Berlin und Bordeaux studiert und in Bonn promoviert hatte, zu würdigen. Das Haus, so Rüttgers, habe bei Amtsübernahme von Franz vor großen Veränderungen gestanden - baulich, aber vor allem auch inhaltlich mit der Neu-Konzeptionierung der 2017 wiedereröffneten Ausstellung. Dabei gehe es um weit mehr als Erinnerungskultur. Rüttgers: „Viele Menschen haben hier in diesen Jahren viel gelernt über die Demokratie.“

Neue Geschäfstführerin Sabine Schößler startet im Sommer

Noch auf den Weg gebracht wurde unter ihrer Ägide zudem eine Präsenz der Stiftung in Berlin. Unter den Gästen, zu denen auch Franz‘ im Sommer beginnende Nachfolgerin Sabine Schößler gehörte, waren folgerichtig namhafte Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung und aber auch von der neuen Wirkungsstätte beim Landschaftsverband. Zum LVR schlug Rüttgers eine Brücke, indem er Franz - vor der Festrede von Professor Thomas Sternberg zum Thema Kulturpolitik in Nordrhein-Westfalen - ein Faksimile übergab: einen Baedeker von 1925 über die Rheinlande.

Bevor sich Franz selber für „17 überaus erfüllte Jahre“ bedankte, war es an Notar a.D. Konrad Adenauer, den humorvollen Schlusspunkt zu setzen - nicht ohne, ganz Kölner wie sein berühmter Großvater, den Brückenschlag zum LVR noch mal anders zu betonen. Schließlich gelte es 2023 das Hundertjährige des Sportparks Müngersdorf zu feiern; von Adenauer seinerzeit als Kölner OB nach dem Ersten Weltkrieg initiiert und am 16. September 1923 von Selbigem feierlich eingeweiht. „Da wollte ich hier schon mal den Grundstein legen, da werde ich auf den LVR noch zugehen.“