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Akte Rheinland: Crime-Podcast des GA - Staffel 2 ab 8. Oktober

Gladbecker Geiseldrama ist Thema : Der GA-Crime-Podcast „Akte Rheinland“ startet in Staffel 2

Am Donnerstag startet „Akte Rheinland“, der Crime-Podcast des General-Anzeigers, in seine zweite Staffel. In der ersten Episode geht es um das Geiseldrama von Gladbeck, das auf der A3 bei Bad Honnef endete.

Es war das wohl öffentlichste Verbrechen in der deutschen Nachkriegsgeschichte, übertragen auf Millionen von Fernsehbildschirmen in der ganzen Republik - und es endete im Siebengebirge, bei Bad Honnef auf der Autobahn 3: das Geiseldrama von Gladbeck, das insgesamt drei Todesopfer forderte. Das letzte von ihnen, die 18-jährige Silke Bischoff, starb mitten auf der A3, nach dem Zugriff des des Mobilen Einsatzkommandos der NRW-Polizei, durch eine Kugel aus der Waffe des Geiselnehmers Hans-Jürgen Rösner.

In der ersten Episode von Staffel 2 des GA-Crime-Podcasts „Akte Rheinland“ geht es um das Gladbecker Geiseldrama, das im August 1988 drei Tage lang ganz Deutschland in Atem hielt. Zu Gast im Podcast ist neben GA-Chefreporter Wolfgang Kaes der Journalist und Dokumentarfilmer Uli Weidenbach, der für das ZDF eine Doku über das Geiseldrama gedreht hat und Experte für Polizeiarbeit ist. Mit GA-Redakteurin Anna Maria Beekes sprechen die beiden über den Verlauf, die Hintergründe und die Folgen von Gladbeck.

Der Ort, der dem Verbrechen seinen Namen gab, war am 16. August 1988 nur der Ausgangspunkt des dreitägigen Dramas. In Gladbeck also fahren am Morgen dieses 16. August zwei Kumpel, die sich schon von der Sonderschule kennen, mit einem gestohlenen Moped zur Filiale der Deutschen Bank in einer heruntergekommenen Passage im tristen Stadtteil Rentfort-Nord: Hans-Jürgen Rösner, der seit seinem 14. Lebensjahr mehr Zeit im Gefängnis als außerhalb verbracht hat, und Dieter Degowski, ein Kleinkrimineller mit einem IQ von 79 - knapp über der Debilitätsgrenze. Die beiden planen einen Überfall: Rein, mit der Beute wieder raus und weg. Dass sie wenig später als Geiselgangster von Gladbeck das Top-Thema in der Tagesschau sein werden, ahnen die beiden nicht.

Denn der Überfall läuft nicht wie geplant. Und am Abend sitzen Rösner und Degowski mit zwei Geiseln, den Bankangestellten Andrea Blecker und Reinhold Alles, in einem Fluchtauto, fahren zunächst kreuz und quer durchs Ruhrgebiet, dann nach Bremen, wo sie einen Linienbus samt Fahrgästen kapern. Bei der Verfolgung stirbt der Polizist Ingo Hagen. Und auf der Raststätte Grundbergsee erschießt Degowski den 15-jährigen Emanuele de Giorgi, der in dem entführten Bus saß.

Das Ende des Gladbecker Geiseldrama auf der A3 bei Bad Honnef. Die einzigen Fotos stammen von GA-Fotograf Holger Arndt. Foto: Holger Arndt

Weiter geht es in die Niederlande und schließlich, in einem mit Mikrofon und Peilsender ausgestatteten BMW der niederländischen Polizei zurück nach Deutschland, nach Köln. Die Bilder des von Schaulustigen und Journalisten umringten Autos in der Fußgängerzone, von den Live-Interviews gebenden Gangstern, gehen um die Welt und symbolisieren bis heute die unrühmliche Rolle der Medien in diesem Spektakel. Die Odyssee endet schließlich im Siebengebirge mit dem Tod Silke Bischoffs. Die einzigen Fotos des Zugriffs auf der A3 stammen von GA-Fotograf Holger Arndt. Wie es dazu kam, welche Fehler Polizei und Politik machten, welche Rolle die Presse spielte und welche Lehren aus dem Gladbecker Geiseldrama gezogen wurden, darum geht es in „Akte Rheinland“.