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Benefizkonzert für Flutopfer in Bad Honnef: Anrührend und bewegend

Benefizkonzert für Flutopfer in Bad Honnef : Anrührend und bewegend

Beethoven, Schubert, Schumann: Renommierte Musiker wie der Pianist Martin Stadtfeld spielten im Kursaal Bad Honnef zugunsten der Flutopfer an der Ahr und an der Swist.

Auf Initiative von Torsten Schreiber, der bei der Johannes-Wasmuth-Gesellschaft, dem Kulturring Bad Honnef und nicht zuletzt seiner eigenen Beethoven Academy als rühriger Impresario die künstlerischen Fäden in Händen hält, hatte die Stadt Bad Honnef zu einem Benefizkonzert mit prominenten Gästen wie dem Pianisten Martin Stadtfeld, dem Cellisten Guido Schiefen  und dem Opernsänger Aris Agiris in den Kursaal eingeladen. Der Reinerlös kommt den Opfern der Flutkatas­trophe an der Ahr und im linkshreinischen Rhein-Sieg-Kreis zu.

Naturkatastrophe „ganz nah“

Anders als bislang habe sich eine Naturkatastrophe derartigen Ausmaßes dieses Mal „ganz nah“ ereignet, wie die stellvertretende Landrätin des Rhein-Sieg-Kreises, Notburga Kunert, zu Beginn unterstrich.

Bad Honnefs Bürgermeister Otto Neuhoff ergänzte, dass man von jener Katastrophe „die Bilder in den Köpfen, die Menschen in den Herzen“ habe und bedankte sich bei allen Spendern sowie den Sponsoren. Auch der Vorsitzende des Roten Kreuzes Bad Honnef - Königswinter, Uwe Westhoven, kam zu Wort: Dem Ortsverband fließt der Erlös des Abends zur Unterstützung der Betroffenen zu.

Musikalisch eröffnet wurde der Abend von Bassbariton Aris Agiris, der, am Flügel begleitet von Peter Bortfeldt, mit opernhafter Attitüde vier Schubert-Lieder vortrug. Gezähmter ging es darauf bei einer Art „Lieder ohne Worte“ von Schumann zu, den Drei Romanzen op. 94 und den Fünf Stücken im Volkston op. 102, denen Guido Schiefen, Violoncello, und Markus Kreul, Klavier, Ausdruck verliehen. Als Ergänzung folgte noch eine intime gehaltene Eigenbearbeitung von Schumanns „Abendlied“ op. 85, Nr. 12.

Technische Möglichkeiten des Steinway

Nach der Pause dann Beethovens „Appassionata“, seine „Leidenschaftliche“ f-Moll-Klaviersonate op. 57, mit welcher Martin Stadtfeld die technischen Möglichkeiten des Steinways in den Ecksätzen brachialgewaltig auszutesten schien. Mit scharf gegeneinander geschnittener Dynamik zielte seine Hochgeschwndigkeits-Lesart eher auf den virtuosen Effekt. Stadtfeld erspielte sich lang anhaltende Ovationen, für die er sich mit Variationen über „Lascia ch’io pianga“ aus Händels Oper „Rinaldo“ bedankte.

Wirklich anrührend (und passend) geriet der Abschluss dieses Abends durch einen Bericht von Christine Lutz, die das „apokalyptische Ausmaß der Zerstörung“ sowie „der menschlichen Tragödie“ aus eigener Anschauung schilderte, woraufhin Schiefen und Kreul mit dem meditativen 5. Satz aus Messiaëns „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett für das Ende der Zeit) gleichsam reagierten, eine Art Lamento, auf das lange Sekunden der Stille folgten.