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Parken in Bad Honnef: Auf der Suche nach Parkplätzen

Parken in Bad Honnef : Auf der Suche nach Parkplätzen

Gleich vier Mal stand das Thema Parken in Bad Honnef am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Wald, Verkehr, Feuerschutz und Rettungswesen. Und während in den meisten Punkten durchaus Einvernehmen im Ausschuss herrschte, sorgte der Wunsch des Bürgerblocks nach Parkplätzen am Beginn der Fußgängerzone nahe des Marktplatzes für heftige Diskussionen.

Parkplätze Karlstraße: Vor der Sitzung hatten sich die Ausschussmitglieder und die Verwaltung ein Bild der Lage vor Ort gemacht und mit Anwohnern gesprochen. Danach steht für die Beteiligten fest: Es fehlt an Parkplätzen und es wird zu schnell gefahren. Daher sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, die Verwaltung zu beauftragen, entlang der Karlstraße so viele legale Parkplätze wie möglich zu schaffen. Besonders wichtig ist den Politikern dabei alternierendes Parken, um die Geschwindigkeit der Autofahrer in diesem Bereich zu drosseln. Dass dafür die Autofahrer zur Hälfte mit ihren Wagen auf dem Bürgersteig parken werden, nehme man in Kauf - auch wenn seitens des Tiefbauamts Bedenken über die Stabilität bestehen. Denn bereits seit vielen Jahren würde entsprechend geparkt - ohne jede Beschädigung an den Wegen.

Parkmöglichkeiten auf Bürgersteigen: Das Thema "Parken auf Bürgersteigen" soll auf Antrag des Bürgerblocks nun auch generell für Honnef unter die Lupe genommen werden - als Pilotprojekt soll zunächst die Wilhelmstraße dienen. Geprüft werden sollen Parkmöglichkeiten aber auf allen Bürgersteigen von zwei Metern und mehr. Die Verwaltung warnte zwar davor, generell Teile der Bürgersteige zum Parken frei zu geben, konnte sich dies an einigen Stellen aber durchaus vorstellen. Auch diesen Prüfantrag erteilten die Ausschussmitglieder bei zwei Enthaltungen einstimmig.

Falschparker auf der Löwenburgstraße: Die Rhein-Sieg Abfallgesellschaft hatte sich an die Stadt gewandt, weil ihre Fahrzeuge angesichts der parkenden Wagen nur schwer, wenn überhaupt, die Straße in Rhöndorf passieren können. Gleiches gilt für die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, die - so schilderte es anschaulich Ausschussvorsitzender Peter Profittlich - für den Weg vom Ziepchens-platz bis zum Waldfriedhof 35 Minuten brauchten. Eigentlich müsste auf der gesamten Straße Parkverbot gelten, so die Verwaltung. Man sehe aber den ernormen Parkplatzdruck in diesem Bereich. Daher soll nun an neuralgischen Punkten ein Parkverbot kommen.

Parken im Marktbereich: Einzig und allein das kurzzeitige Parken im Marktbereich ließ den Ausschuss von seiner sonstigen harmonischen Einstimmigkeit abweichen. Die Idee stammt ursprünglich vom Bürgerblock, der Ausschuss hatte im Oktober die Verwaltung beauftragt, die Schaffung von Parkflächen zu prüfen. Das Prüfergebnis, das von den Plätzen abrät, ist aus Sicht des Bürgerblock-Fraktionschefs Karl-Heinz Dißmann unbefriedigend. Die Verwaltung habe lediglich "Gründe gesucht, um die Parkplätze zu verhindern". Er plädierte für vier Kurzzeitparklätze plus einen Behindertenparkplatz. Für diese fand der Bürgerblock wenig Unterstützung. Burkhard Hoffmeister (Grüne) beispielsweise hielt die Idee für "Kappes" und warnte, dass Parkplätze an dieser Stelle "äußerst bescheiden" wirken würden.

Auch Guido Leiwig (SPD) befürchtete, der Marktplatz könnte seinen Charakter verlieren, sein Fraktionskollege Peter Jörg Heinzelmann mochte nicht glauben, dass "der Umsatz der Innenstadt von drei Parkplätzen abhängt". Sein Kollege Stephan Schütte von der CDU befürchtete gar, die Parkplätze würden den Geschäftsinhabern mehr schaden als nützen.

Doch das wollte Dißmann nicht gelten lassen: Es gehe eher um den Symbolcharakter, man wolle den Geschäftsleuten Unterstützung signalisieren. Entscheide man sich für den Verwaltungsvorschlag, die Parkplätze im "räumlichen Umfeld" zu prüfen, vertage man die Entscheidung "auf ewig". Sein Fraktionskollege Jörg Radke sprang Dißmann zur Seite: Tatsache sei, an dieser Stelle werde jeden Tag verbotenerweise geparkt. "Wir wollen doch nur erreichen, dass die Leute kurz da parken dürfen, um schnell etwas zu kaufen, ohne gleich aufgeschrieben zu werden."

Doch auch damit konnte er die Ausschussmitglieder nicht überzeugen. Stattdessen soll die Verwaltung nun nach Alternativen im Umfeld suchen. Ordnungsamtsleiter Richard Thomas nannte unter anderem den Parkplatz Luisenstraße, die geplante Tiefgarage unter dem Postgebäude und den Saynschen Hof.