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Ausstellung in Bad Honnef: Aus Eisenplatten entsteht ein plastisches Spiel

Ausstellung in Bad Honnef : Aus Eisenplatten entsteht ein plastisches Spiel

Direkt vor dem Kunstraum steht bereits seit mehr als zwei Jahren sein Brunnen "Zeitenstrom". Und während draußen das Wasser an einem der beiden Granitblöcke des Brunnens herabplätschert, zeigt Reinhard G. Puch nun in der Ausstellungshalle des Vereins zur Förderung von Kunst und Kultur in Bad Honnef aktuelle Werke.

Der Sieger des Brunnen-Wettbewerbs, der beispielsweise auch im Skulpturenhof des Rheinischen Landesmuseums in Bonn vertreten ist, präsentiert kleinformatige farbige Arbeiten. Meinte denn auch Professor Frank Günter Zehnder, der ehemalige Direktor dieses Museums, in seiner Einführung in die Schau: "Wer Reinhard Puchs Schaffen verfolgt, wird sich zunächst die Augen gerieben haben. Hier sind seine jüngsten Schritte der künstlerischen Entwicklung in der Balance von Tradition und Innovation zu erkennen."

Er bescheinigte Puch, dem gelernten Schiffsbauingenieur, Jahrgang 1947, die technische Begabung und Perfektion eines Eisenstahlbildhauers, dessen Arbeitsgrundlage immer eine Eisenplatte sei. "Überall ist Bewegung in der Plastik. Alles, was in der dritten Dimension ist, kann man sich zurückdenken als Fläche und auch zurückbiegen und -schneiden." Völlig neu sei bei Puch neben den leuchtenden und matten Farben die hängende Skulptur.

Vorausgegangen seien die Kartonarbeiten aus dem Jahre 2007 mit dem Öffnen der Fläche als Grundlage dieser Wandarbeiten. Zehnder: "Das ist ein neues Denken, das von der Wandfläche ausgeht." Und: "Die Arbeit mit der Farbe ist ihm wichtig geworden." Der Professor nannte diese Entwicklung einen gewaltigen Aufbruch, eine neue Epoche.

"Das Erstaunen ist sehr groß. Wir sind gespannt, was aus dem Kleinformatigen noch wird." Puch entwirft seine Ideen durch die Zeichnung. Über eine durch eine Fotolinse gesteuerte Maschine werden die Linien der Zeichnung in die Metallflächen geschnitten. Der Künstler bewegt, dreht oder biegt diese neuen Formen und setzt sie einem plastischen Spiel aus, entscheidet dann, wo vorne, hinten, oben, unten ist.

Reinhard G. Puch, der seine Werkstatt in Glees bei Maria Laach hat, gibt den Skulpturen dieser neuen Werkgruppe Titel wie "Die Sicht dahinter" oder "Anruf", "Schneckenhaus" oder "Bremse". Oft erfolgt die Taufe des Werkes erst nach der Geburt. Auch sind die Namen nicht als Erklärung gedacht, sollen die Gedanken des Betrachters jedoch lenken.

Die Ausstellung im Kunstraum auf dem Rathausplatz ist bis zum 10. November, donnerstags und freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.