Parkmarkierungen in Bad Honnef-Selhof sorgen für Irritationen Autos stehen direkt an der Hauswand

Selhof · Parkplätze sind Mangelware, auch und vor allem in Bad Honnef-Selhof. In der Grabenstraße wurden jetzt Parkbuchten markiert. Das Wie sorgt allerdings für Diskussionen.

 Die neuen Parkmarkierungen in der Grabenstraße sorgen für Diskussionen, sollen die Situation mit einem freien Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite aber vor allem für Fußgänger sicherer machen.

Die neuen Parkmarkierungen in der Grabenstraße sorgen für Diskussionen, sollen die Situation mit einem freien Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite aber vor allem für Fußgänger sicherer machen.

Foto: Claudia Sülzen

Schildbürgerstreich oder unvermeidlicher Kompromiss in einer besonders engen Straße: Eine neue Parkplatz-Regelung sorgt derzeit in Bad Honnefer-Selhof für Diskussionen. In der Grabenstraße wurden Parkplätze markiert, auf denen die Autos auf einer Seite der Straße teils direkt an den Hauswänden stehen. Der an der Stelle vormalige sehr schmale Bürgersteig ist weggefallen. Und auch in der Berliner Straße, in der gerade gebuddelt wird, läuft nicht alles rund, meint zumindest der Bürgerblock.

In den vergangenen Monaten hätten sich Anwohner verstärkt beschwert, dass Privatgrundstücke an der Grabenstraße so zugeparkt worden seien, dass man nur schwer oder teils gar nicht mehr aus der eigenen Einfahrt heraus- oder andersherum herein gekommen sei. Das teilte die Stadt Bad Honnef auf Anfrage mit. Zudem seien wegen der geparkten Autos Fahrer regelmäßig auf den Gehweg ausgewichen – eine Gefahr für Fußgänger und insbesondere Kinder auf dem Schulweg.

Ortsbesichtigung mit der Polizei

Das Ordnungsamt schaute sich die Sache an, und das gemeinsam mit der Polizei. Letztere pochte vor allem mit Blick auf die Sicherheit der Fußgänger darauf, den ruhenden und fließenden Verkehr zu ordnen und das Parken auf eine Straßenseite zu verlagern.

Denn: Dadurch verbleibe auf der anderen Straßenseite ein Gehweg, wenn auch mit einer Engstelle, an der ein Haus unmittelbar an den Fahrbahnrand heran ragt. An dieser Stelle seien Poller um die Gebäudekante herum vorgesehen, um Fußgänger vor vorbeifahrenden Autos zu schützen

Die Stadt betont, es handele sich um einen Kompromiss, damit das Parken an der Grabenstraße überhaupt möglich sei. „Sollte die aktuelle Regelung nicht den gewünschten Erfolg zeigen und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit führen, verbliebe als letzte Option, das Parken dauerhaft zu untersagen, wodurch der Parkdruck im Ortsteil Selhof weiter erhöht würde“, so die Stadt.

Für Ärger sorgt derweil die Planung für die benachbarte Berliner Straße, wo die Fertigstellung bevorsteht. Der Bürgerblock beklagt bei einer Dialogveranstaltung im Ratssaal, zu der die Verwaltung die Bürger eingeladen hatte, sei gleich zu Beginn das fertige Endergebnis der Planungsarbeit präsentiert worden. „Im Ausschuss hat die Verwaltung einen ergebnisoffenen Dialog angekündigt“, ärgert sich Co-Fraktionsvorsitzender Hans-Heribert Krahe. Es könne nicht sein, dass entgegen klarer Ankündigungen ein fertiges Ergebnis präsentiert werde, das einseitige Verkehrsmehrbelastungen für umliegende Straßen verursache. Bürger fühlten sich so nicht ernst genommen.

Fraktionskollegin Katja Kramer pocht darauf, Straßen in der Planung nicht immer nur einzeln zu betrachten. „So kommen wir nie zu einer umfassenden Lösung, die auf breite Akzeptanz stößt.“