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Bad Honnef: Auftritt von Lydie Auvray bei "Musik im Pavillon"

„Musik im Pavillon“ : Lydie Auvray tritt auf dem Honnefer Ziepchensplatz auf

Sie ist die Königin der Akkordeon-Virtuosen: Lydie Auvray. Die bezaubernde Französin begeisterte bei „Musik im Pavillon“ am Ziepchensplatz in Bad Honnef ihr Publikum.

Sie hat dem als volkstümlich-verstaubt verorteten Instrument zu neuem – modernem – Glanz verholfen: Lydie Auvray, die Grande Dame des Akkordeons in Europa. Jetzt trat die bezaubernde Französin auf dem Ziepchensplatz auf. Ihr Gastspiel am Fuße des Drachenfels‘ war der Bekanntschaft von Thomas Heyer mit der weltberühmten Akkordeonistin zu verdanken. Der Fernsehmoderator initiierte mit Musiker Ernst Nellessen die neue Konzertreihe „Musik im Pavillon“, die unter dem Dach des Bürger- und Ortsvereins Rhöndorf organisiert wird.

Bereits der Auftakt der Reihe mit dem Julia-Meißner-Trio überraschte mit hohen Besucherzahlen. Bei Hochkaräter Lydie Auvray waren sogar rund 300 Besucher gekommen, die den Auftritt der virtuosen Künstlerin gebannt und mucksmäuschenstill verfolgten und sie am Schluss regelrecht feierten.

Französische Chansons, aber auch Jazz, Tango, Walzer und Tänze aus verschiedenen Jahrhunderten entlockte sie mit einer unbeschreiblichen Fingerfertigkeit ihrem Instrument. Temperamentvolle Passagen gefielen ebenso wie melancholische, langsame Stücke. Ein starker Auftritt der Musikerin, die mit ihrem Trio auch schon zu Gast in der Hamburger Elbphilharmonie war.

In Rhöndorf trat sie als Solistin auf die Bühne, spielte nicht nur, sondern sang bei einigen Stücken auch zu ihrem virtuosen, komplexen Spiel.

Stimmig dazu war die Atmosphäre in diesem Konzertsaal unter freiem Himmel. Der Pavillon war in den französischen Farben angestrahlt, es war wie Urlaub in mediterranen Gefilden. Die umliegende Gasthäuser hielten Speisen und Getränke bereit. Nach zweimal 45 Minuten Spiel schenkte Lydie Auvray ihren Bewunderern auch noch eine Zugabe.

Neues Leben für die alte Konzertmuschel

Der Pavillon am Ziepchensplatz erlebte auf diese Weise erneut einen beschwingten Konzertabend. Schon lange hatten Heyer und Nellessen mit Peter Profittlich überlegt, wie sie die verwaiste Konzertmuschel aus dem Dornröschenschlaf wecken könnten. Sie fristete seit mehr als 40 Jahren ein Schattendasein, nachdem sie zunächst als Freiluftbühne gut genutzt worden war. Entworfen wurde der Pavillon von dem renommierten Architekten Fritz August Breuhaus de Groot, der 1952 nach Honnef gezogen war, wo er sich Am Sperrbaum ein Haus errichten ließ. 1959 entstand der Pavillon.

Zwei weitere Konzerte von „Musik im Pavillon“ stehen im September noch auf dem Programm: Am 11. September spielt das Wahnbach-Quintett und am 25. September „Lost in the Jam“. Und im nächsten Jahr soll es weitergehen mit der kleinen, feinen Konzertreihe.