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Bad Honnef: Betreiber soll nach Hundebiss im Swingerclub Schadenersatz zahlen

Betreiber soll Schadenersatz zahlen : Frau wird in Swingerclub im Siebengebirge von Hund gebissen

Der Besuch in einem Pärchenclub im Siebengebirge hatte für eine Frau aus Rheinland-Pfalz schmerzhafte Folgen: Wegen eines Hundebisses forderte sie Schadenersatz vom Betreiber. Jetzt fällte die Zivilkammer am Bonner Landgericht das Urteil.

Der Besuch eines Pärchenclubs im Siebengebirge hatte für eine 55-jährige Besucherin schwerwiegende Folgen: Weil sie von einem in dem Etablissement frei herumlaufenden Hund gebissen worden war, musste sich die Frau aus der Region Koblenz in einem Krankenhaus stationär behandeln lassen.

Im Nachgang verklagte die Frau den Clubbetreiber und Besitzer der Hunde auf mindestens 10.000 Euro Schadenersatz. Die 18. Zivilkammer am Bonner Landgericht gab der Klägerin nun Recht. Die Klage sei dem Grunde nach berechtigt, so der Vorsitzende Zivilrichter Manfred Kaufmann.

Geld wird die Klägerin trotz der Entscheidung allerdings zunächst nicht sehen: Über die Höhe des zu leistenden Schadenersatzes wollen die Richter erst befinden, wenn das Urteil rechtskräftig geworden ist.

Vorfall ereignete sich nach Weiberfastnacht 2017

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht nach Weiberfastnacht 2017. Gemeinsam mit drei Freunden wollte die Rheinland-Pfälzerin sich in dem Etablissement amüsieren. Den Club kannte sie schon länger, war noch unter der Geschäftsführung des Vorgängers des jetzigen Betreibers öfter dort zu Gast. Offenbar nutzte die kleine Truppe ihre Vertrautheit mit den örtlichen Gegebenheiten, um sich auch in Abwesenheit des Wirts mit Musik und Getränken zu versorgen.

Einer der Freunde der Klägerin bediente die hauseigene Anlage, eine Freundin hatte „Bardienst“, wie der Gelegenheits-DJ während des Verfahrens im Zeugenstand aussagte. Das schien den Wirt dem Empfinden der Gäste nach offenbar auch nicht weiter zu stören. Jedenfalls soll die ehrenamtliche Bardame mit ihm getanzt haben, bevor die gemeinsam angereiste Gruppe den Club gegen drei Uhr morgens zusammen mit dem Gastgeber verließ.

Wunde habe kaum geschmerzt oder geblutet

Von einer Verletzung seines Gastes wollte der Wirt allerdings nichts gesehen haben und diese Angabe könnte durchaus der Realität entsprechen: „Der Golden Retriever hat nach mir geschnappt“, hatte die Klägerin ihrem Bekannten zwar direkt nach dem Biss berichtet. Einer der beiden im Lokal frei herumlaufenden Hunde habe ihr in die Hand gebissen.

Weil die Wunde zwar genässt, aber kaum geschmerzt oder geblutet habe, wurde die Hand nur verbunden. Erst als sie am nächsten Morgen mit Schmerzen an der Bissstelle aufgewacht sei, habe sie sich ernsthaft gesorgt. Sofort suchte sie ihren Bekannten auf, der sie zum Arzt fuhr. Der wiederum schickte sie umgehend ins Krankenhaus, wo sie sich gegen Mitternacht des Folgetages wegen einer angehenden Sepsis einer Not-OP unterziehen musste.

Es folgte eine stationäre Behandlung, die bis zum 1. März dauerte. In der Folge habe sie eine geplante Griechenlandreise erst mit Verspätung antreten können; für ihren eigenen Betrieb habe sie nach der Rückkehr zwei Aushilfen einstellen müssen, da sie wegen der ambulanten Weiterbehandlung und einer Reha-Maßnahme lange arbeitsunfähig geblieben sei.

Bis heute sei ihr Mittelfinger wegen einer verkürzten Sehne nur eingeschränkt beweglich. Der Wirt hatte angegeben, dass die Hunde nie unbeaufsichtigt im Gastraum umhergelaufen seien.