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Bad Honnef: Brand in Realschule - keine Asbest-Gefahr

Nach Feuer in Bad Honnefer Realschule : Laut Bistum geht vom Brandschutt keine Asbest-Gefahr aus

Auch mehrere Tage nach dem Großbrand in Bad Honnef im Realschul-Altbau Sankt Josef wirken die Geschehnisse nach. Sorge bereiteten unter anderem Säcke mit asbesthaltigem Bauschutt. Die Polizei sucht wegen des Verdachts auf Brandstiftung derweil weiter nach Zeugen.

Auch Tage nach dem Großbrand im ehemaligen Realschulgebäude Sankt Josef an der Bismarckstraße in Bad Honnef wirken die Ereignisse nach. Unter anderem machte in den Sozialen Medien die Sorge vor asbesthaltigem Brandschutt die Runde. Der Schulträger Erzbistum Köln dementierte nicht, dass beim Abriss des alten und über die Jahrzehnte immer wieder erweiterten Gebäudes auch asbesthaltige Stoffe entsorgt werden müssen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe dadurch allerdings auch nach Brand nicht, hieß es. Die Polizei Bonn hofft derweil weiter, dass sich noch mögliche Zeugen melden.

Interessant seien Beobachtungen am Dienstag ab circa 18 Uhr, so die Polizei. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Brandstiftung. Denn das Feuer in dem komplett entkernten Gebäude, das gegenwärtig abgerissen wird, war offenbar an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen.

Zu diesem Schluss kamen die Experten der Kriminalpolizei sowie ein Gutachter. Der Dachstuhl des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes hatte in Vollbrand gestanden. Nach dem Zeugenaufruf seien auch Hinweise eingegangen, „die Öffentlichkeit macht mit, das ist sehr positiv“, so Polizeisprecher Robert Scholten. Konkrete Täterhinweise stünden aber aus, so Scholten weiter. Die Polizei gehe jedem Hinweis nach und stehe mit Schule und Erzbistum Köln als Schulträger in Kontakt. Hinweise an die Polizei auch weiterhin unter ☏ 0228/150.

Asbest in den Dachschindeln

Zu Befürchtungen, es könne durch den Brand zu einer erhöhten Belastung mit asbesthaltigen Stoffen gekommen sein, nahm das Erzbistum auf GA-Anfrage ausführlich Stellung. Schon zur Abbruchplanung hatte eine umfangreiche Schadstoffuntersuchung durch Sachverständige stattgefunden. Daraus sei ein mit den Behörden abgestimmtes Abbruch- und Entsorgungskonzept entwickelt worden. Ein ähnliches Vorgehen gab es bekanntlich beim Abbruch der alten Hallenbäder in Königswinter und Aegidienberg.

Bei den Untersuchungen im Realschul-Altbau seien im Inneren in der Tat „kleinere asbestbehaftete Wand- und Bodenflächen identifiziert“ worden, und zwar ausschließlich in Teilen des Lagerkellers. Fachfirmen hätten diese schon im ersten Abbruchschritt entfernt. Wenig überraschend für Altbauten sei ein Asbestanteil auch bei den Dachschindeln festgestellt worden. Diese Schindeln seien per Hand entfernt und in Bigbags gefüllt worden. „Zum Zeitpunkt des Brandes war dieser Schritt für die gesamten nach außen zeigenden Dachflächen glücklicherweise abgeschlossen“, so das Bistum.

Bistum: Keine Gefahr für Umwelt und Gesundheit

Die innerhalb des Bauzauns stehenden Bigbags beinhalteten die kurz vor dem Brand entnommenen Asbestmaterialien. „Sie sind extra für ein solches Verfahren vorgesehen und entsprechen den gesetzlichen Bestimmungen, sodass keine Gefahr für Umwelt und Gesundheit besteht“, so die Mitteilung. Das Abbruchunternehmen sei beauftragt, die Säcke zeitnah abzutransportieren.

Ein entsprechendes Vorgehen für die zum Innenhof zeigenden, adäquaten Dachflächen habe „der Brand nun leider verhindert“. Die Dachschindeln dort seien mit Dachflächen ins Hausinnere oder in den Hof gestürzt. Am Donnerstag habe ein Schadstoffsachverständiger die Situation begutachtet. Da der Schutt durch Löschwasser und Regen stark durchfeuchtet sei, bestehe „keine akute Gefahr, dass sich Asbestfasern in die Luft lösen können“. In Absprache mit der Bezirksregierung werde ein neues Abbruch- und Entsorgungskonzept entwickelt. Sobald Polizei und Versicherung die Arbeiten am – bekanntlich zunächst beschlagnahmten – Brandort genehmigten, werde mit der fachgerechten Entsorgung des Brandabraumes begonnen.