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Bad Honnef braucht bezahlbaren Wohnraum

Kommentar zur Stadtentwicklung : Bad Honnef braucht bezahlbaren Wohnraum

Mit Mehrheit von SPD, Grünen und FDP hat der Bauausschuss in Bad Honnef bei bezahlbarem Wohnraum auf dem Hockeyplatz eine Vollbremsung hingelegt. Verkehrte Welt, meint dazu GA-Autorin Claudia Sülzen.

Gerade nochmal gut gegangen: So kann man die Entscheidung, ein mögliches Ende der Bauleitplanug für den Sportplatz an Sankt Josef zu vertagen und damit hoffentlich nochmal zu überdenken, salopp umschreiben. Was den Hockeyplatz angeht, sieht es derzeit anders aus. Dass ausgerechnet die Sozialdemokraten, ebenso wie Grüne und FDP, eine kurz geschorene Wiese für einen Verein, der wie der Sport generell im dann hoffentlich sanierten Stadion nebenan heimisch werden würde, lieber sehen als händeringend benötigten Wohnraum für junge Familien, ist zugleich verkehrte Welt.

Keine Frage. Bad Honnef braucht Grün. Und hat es gottlob auch noch, mit dem Stadtwald und Parks wie dem einst zu Recht geretteten Kleinod an der Burg Reitersdorf. Aber was die Stadt ebenfalls braucht, ist bezahlbarer Wohnraum für Familien mit Kindern. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Postwurfsendungen in die Briefkästen kleinerer Häuser und Wohnungen flattern: Wohnraum für junge Familien zum Kauf und zur Miete dringend gesucht. Zugleich ist Grund und Boden teuer und gehen Privatgrundstücke den Weg der maximalen Luxus-Auslastung.

Am ehesten zu realisieren ist bezahlbarer Wohnraum dort, wo die Stadt wirklich Einfluss nehmen kann – als Eigentümerin, auf ihren eigenen Grundstücken. Und die sind gerade im Tal handverlesen. Also gilt es abzuwägen. Sorgsam, ja, aber nicht wie jetzt als kategorisches Nein. Das mag politisch unbequem sein, ist aber auszuhalten. Wenn die SPD jetzt quasi feiert, Wohnraum für junge Familien mit verhindert zu haben, muss sie sich fragen lassen, ob sie das Label sozial noch verdient.