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Bad Honnef: Bürgerstiftung vergibt 11.000 Euro an Projekte

Bürgerstiftung Bad Honnef vergibt Erträge : 11.000 Euro für Kunst, Kultur und soziale Projekte

Stiften wirkt – so lautet ein Slogan, wenn es darum geht, gemeinnützige Zwecke zu unterstützen. Beispiele legen auch Stifter und Spender der Bürgerstiftung Bad Honnef ab. Insgesamt 11.000 Euro aus Einzelstiftungen und dem Sonderfonds Flüchtlingshilfe wurden jetzt auf gemeinnützige Projekte und Organisationen verteilt.

Für Charlotte, Fabienne, Noemi, Michel, Joschi und Mats war es eine Bühnenpremiere: Bei der Übergabe der Spenden aus dem Sonderfonds Flüchtlingshilfe der Bürgerstiftung Bad Honnef sowie der jeweiligen Zinserträge aus den sechs unter dem Dach der Bürgerstiftung eingerichteten Fonds privater Stifter zeigten die sechs Kids einen Ausschnitt aus einem Projekt von „Bad Honnef tanzt“. Insgesamt 11.000 Euro übergaben Annette Stegger, Vorsitzende der Bürgerstiftung, und Kassierer Matthias Weiler danach an verschiedene Vereine.

„Das geht einem richtig nah, wenn Kinder etwas so zum Ausdruck bringen“, fasste Stegger in Worte, was alle im Ratssaal empfunden haben dürften: Gesang und Tanz zum Thema Frieden legten zu Beginn der Veranstaltung den Fokus auf ein Thema, das durch den Ukraine-Krieg aktueller nicht sein könnte. Für den zu Herzen gehenden Vortrag gab es viel verdienten Applaus.

Um die Folgen des Krieges ging es dann auch bei der Hauptspende, die an diesem Tag vergeben wurde: Der Verein „Bad Honnef tanzt“ von Tanz-Profi und Choreografin Anna-Lu Masch erhielt für ein Schulprojekt am städtischen Siebengebirgsgymnasium 7200 Euro aus dem Flüchtlingsfonds der Bürgerstiftung, einem Sondertopf, der sich aus zahlreichen Einzelspenden von Bürgerinnen und Bürgern speist. Das Projekt findet in und mit den Internationalen Vorbereitungsklassen der Schule statt mit derzeit 44 Kindern, darunter 39 aus der Ukraine. Unterstützt wird Masch neu von Balletttänzerin Daria Navruzova, die selbst aus Kiew stammt. Der Name des Projektes, das gerade angelaufen ist, ist dabei Programm: „Zusammen tanzen – zusammen wachsen“.

Weitere knapp 4000 Euro aus den jeweils zweckgebundenen Einzelfonds wurden an die Ökumenische Hospizbewegung, den Förderkreis der gemeinnützigen Hohenhonnef GmbH, den Verein Tier-, Natur- und Artenschutz Siebengebirge, den Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, den Aranka e.V. und den Honnefer Fußballverein vergeben.

Sechs zweckgebundene Stifterfonds

Bei den Stifterfonds handelt es sich um Zustiftungen, mit denen Bürgerinnen und Bürger zu Lebzeiten oder posthum einen selbst gewählten Zweck unterstützen. Die Mindesteinlage beträgt 25.000 Euro, lägen teils aber weit darüber, so Stegger. „Die Bad Honnefer sind sehr großzügig“, so die Vorsitzende. Selbstredend seien die Erträge auch schon deutlich höher gewesen – die Niedrigzinsphase lässt grüßen. Allerdings: Hier würden gute Zwecke auf Dauer unterstützt, es seien ewige Stiftungen.

Der Mauritz-Kulturstiftungsfonds sei ein gutes Beispiel, wie gezielt gestiftet und unterstützt werden könne, betonte denn auch auch Cornelia Nasner für den Verein zur Förderung von Kunst und Kultur, der zusätzlich aus dem Helmut-Kloss-Stiftungsfonds bedacht wird. So gehe die Reihe „Junge Klassik im Kunstraum“ auf den Wunsch der Stifterin Ursula Mauritz zurück.

Neben Lob für die Neuausrichtung der Bürgerstiftung, die unter neuer Leitung verstärkt präsent sei, bedankte sich Bürgermeister Otto Neuhoff auch bei all jenen, die mit Stiftungen und Spenden wichtigen Projekten wie eben den vorliegenden zur Seite stünden. Neuhoff: „Gerade in Zeiten wie jetzt ist es wichtig, dass es Stiftungen und Stifter gibt.“ Und da wünscht sich nicht zuletzt die Bürgerstiftung, dass es viele Nachahmer gibt.