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Bad Honnef Freibad Grafenwerth: Diese Regeln gelten bei einem Besuch

Inselfreibad Grafenwerth in Bad Honnef : Lohnt sich der Freibadbesuch unter Corona-Auflagen?

Wie viel Spaß macht eigentlich das Schwimmen im Corona-Sommer? GA-Mitarbeiter Matthias Beckonert hat die neuen Regeln für den Freibadbesuch auf der Insel Grafenwerth in Bad Honnef unter die Lupe genommen.

Dumpfes Federn des Sprungbrettes, lautes Platschen im Wasser, das wellenartige Schwappen des Wassers in die Überlaufrinne am Beckenrand, Gerede, Geschrei und Gelächter – der Soundtrack des Freibads ist Musik in meinen Ohren. Endlich geht´s wieder ins Schwimmbad.

Das Bad Honnefer Freibad auf der Insel Grafenwerth ist am 29. Juni in eine außergewöhnliche Corona-Badesaison gestartet. Die bringt Veränderungen für das Schwimmbad und die Gäste mit. Für einen begeisterten Freibadgänger wie mich, der den Großteil seiner Jugend im Inselfreibad verbracht hat, ist es höchste Zeit, die neue Realität im Schwimmbad unter die Lupe zu nehmen.

Bis zu diesem Jahr waren die Vorbereitungen auf den Freibadbesuch einfach. Wenn der Blick aus dem Fenster für die nächsten paar Stunden gutes Wetter versprach, nahm ich meine Badehose und fuhr ins Freibad.

Vorbereitungen beginnen vier Tage vorher

Jetzt beginnt mein Besuch dagegen schon vier Tage vorher im Internet. Die Besucherzahl ist auf 400 Gäste beschränkt, die Tickets gibt es nur im Voraus. Ich rufe also einen Wetterdienst auf. Für Sonntag kündigt er das beste Wetter einer ansonsten eher wechselhaften Woche an.

Die Tickets kann man online bestellen oder bei der Stadtinformation im Rathaus kaufen. Ich buche mein Ticket online. Und stoße direkt auf der ersten Seite, bei der Ticketauswahl, auf eine Frage: Studenten gibt es dort nicht. Sie gehören zu den Jugendlichen, erfahre ich auf einer weiteren Seite. Meine Zehnerkarte kann ich nicht nutzen. Ich gebe das gewünschte Datum, die Zeitzone und meine Kontaktdaten an und bezahle.

Am Eingang funktioniert alles reibungslos. Mit dem QR-Code aus der Mail unter dem Scanner öffnet sich das Drehkreuz. Die Frau am Schalter nebenan hat mehr Probleme: Sie findet das Ticket auf ihrem Handy nicht mehr, die Mail ist gelöscht.

Mit Hilfe der Kassiererin und eines daneben stehenden Mannes findet sich das Ticket dann doch wieder. Kein seltenes Problem, berichtet die Kassiererin. Neben verloren geglaubten Digitaltickets sind es besonders Menschen ohne mitgebrachtes Ticket oder mit alten Zehnerkarten, die mit ihr vergebens um den Eintritt feilschen wollen.

Vom Eingang geht es nahtlos in das mit Pfeilen auf dem Boden markierte Einbahnstraßensystem über, die aufgesetzte Maske bleibt über Mund und Nase. Erst auf der Wiese darf man sie absetzen. Der Kleinkinder- und der Beachbereich sind abgesperrt, die Rutsche und der Duschbereich sind ebenfalls geschlossen. Die Benutzung der Toiletten ist beschränkt, für die Umkleiden ein Schleusensystem eingerichtet. Dafür sind Gastronomie, Spielplatz und der sogenannte Wellnessbereich offen.

Desinfizierte Bändchen für die Gäste

Das alles steht auf Schildern, die unübersehbar überall im Schwimmbad verteilt sind. Die Kleider schnell abgelegt und zu den Becken: Dahin führt nur ein Weg. Erst unter die Außendusche, dann zu Bademeister Carsten Kolberg, der desinfizierte Bändchen an die Gäste verteilt: Ein blaues für den Nichtschwimmer-, ein rotes für den Schwimmerbereich, erklärt mir Kolberg die Regelung mit einer Engelsgeduld – genau wie allen anderen schwimmbereiten Gästen.

„Es ist für alle neu, für uns und für die Gäste.“ Dabei werden die Maßnahmen nicht von allen direkt angenommen. „Einige finden das leider schwachsinnig oder übertrieben“, erzählt Kolberg. Und tatsächlich muss er im Verlauf des Vormittags häufiger auf die neue Badeordnung verweisen. „Aber ich bin froh, dass ich wieder in meinem Beruf bin“, ergänzt Kolberg. „Es ist ja auch ein wirklich schönes Freibad.“

Davon überzeuge ich mich dann auch wieder. Ich nehme mir ein rotes Bändchen und feiere das langersehnte Wiedersehen mit dem Schwimmerbecken. Das ist nun ebenfalls eine Einbahnstraße: die erste Bahn für den Hinweg, die zweite für den Rückweg. Bahn drei in der Mitte ist gesperrt, Bahn vier und fünf funktionieren wieder ähnlich.

Das hat einen Vorteil: So teilen sich die eher gemütlichen Schwimmer auf die eine, die sportlicheren auf die andere Bahn auf. Mit dem sonstigen hochsommerlichen Durcheinander hat das heute wenig zu tun. Nach 25 Bahnen habe ich erst einmal genug.

400 Besucher gleichzeitig erlaubt

An Bademeister Kolberg vorbei geht es wieder aus dem Badebereich hinaus. Die Bändchen landen in einem dafür bereitgestellten Eimer mit Desinfektionsmittel. So wird kontrolliert, dass nie mehr als die erlaubten 77 Personen gleichzeitig im Becken sind. Trotz des guten Wetters ist das am Sonntagmorgen kein Problem, über die vier Stunden sind insgesamt 170 Gäste im Freibad. Nachmittags werden es 379 sein. An einigen Tagen sei man ausgelastet, oft bleibt es aber unter den 400 gleichzeitig erlaubten Besuchern, sagt Kolberg. Selbst die Stammgäste hätten die Öffnung anfangs eher zurückhaltend angenommen. Mittlerweile kämen sie aber vermehrt wieder.

Zurecht, ist mein Fazit des Schwimmbadbesuchs. Das Hygienekonzept lässt sich leicht verstehen und beeinträchtigt das Badeerlebnis kaum. Im Gegenteil: Ich kann mich an keinen Sonntag mit so gutem Wetter erinnern, in dem ich im Becken ungestört schwimmen konnte.