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Bad Honnef: Neues Corona-Drive-In-Testzentrum gestartet

Schnelltests am offenen Autofenster : Neues Drive-In-Testzentrum in Bad Honnef gestartet

An der Endhaltestelle der Linie 66 in Bad Honnef ist am Mittwoch ein „Drive-In-Testzentrum“ in Betrieb gegangen. Weitere Testzentren gibt es in Niederdollendorf und Oberpleis.

Jo Lenz saß in seinem Auto, nahm die Maske ab, sperrte den Mund weit auf. Denn: Der Taxifahrer war am Mittwoch der erste Kunde des Corona-Schnelltest-„Drive-in“ auf dem Parkplatz an der Endhaltestelle der 66 in Bad Honnef. Miriam Paulus drehte das Teststäbchen fünf Sekunden auf der rechten, fünf Sekunden auf der linken Seite. Geschafft. „Es war halb so schlimm“, meinte der Rheinbreitbacher, der für ein Unternehmen in Königswinter arbeitet, nach der Prozedur.

„Wir Taxifahrer sind noch nicht geimpft, wir fahren aber täglich Kranke, auch viele chronisch Kranke, zu Ärzten. Da ist es ein besseres Gefühl, getestet zu sein zum – Schutz für beide Seiten.“ So hatte sich Jo Lenz sofort für einen ersten Test angemeldet. „Der Termin für die nächste Woche steht auch schon. Das war problemlos über einen Online-Code möglich.“

Otto Neuhoff und Lutz Wagner, die Bürgermeister der Siebengebirgsstädte, überzeugten sich am Mittwoch gemeinsam davon, dass das „Drive-in“ in Bad Honnef für den Ansturm der testwilligen Bürger bereitsteht. „Bei uns wird die Möglichkeit zum Testen bereits sehr gut angenommen“, meinte Königswinters Stadtoberhaupt Wagner.

Neben Arztpraxen und Apotheken bieten auch die beiden Städte allen Bürgern die Chance, sich einmal wöchentlich unkompliziert und wohnortnah in einem zugelassenen Testzentrum einem Schnelltest zu unterziehen – im Kampf gegen die steigende Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Wagner: „Ziel der sogenannten Bürgertestung ist es, Infizierte, die keine oder nur ganz milde Symptome haben, frühzeitig zu ermitteln und damit die Übertragung des Coronavirus auf Dritte zu verhindern.“

Als das Thema Bürgertest vor drei Wochen vom Rhein-Sieg-Kreis an die Kommunen herangetragen worden sei, hätten die beiden Siebengebirgsstädte gemeinsam Anbieter gesucht und ihre Testzentren für Berg und Tal auch so geplant, dass Bürger beider Städte nicht so weit von zu Hause entfernt eine Anlaufstelle haben. Otto Neuhoff: „Mit unserem gemeinsamen Angebot für die Bürger sind wir im Kreis ganz weit vorn.“

Betrieben wird der Schnelltest von der Firma Medproduct aus Lohmar. Chef Hardy Kreutz betonte: „Es war eine Herausforderung, in zwei Wochen den ,Drive-in‘ zu organisieren." Die Software für den Test entwickelte er gemeinsam mit der Firma Jola-Soft, die auch für die großen Zelte zuständig ist. „Wir haben hier eine super Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz.“ Jens Koelzer von der Bereitschaft des DRK Bad Honnef: „Wir haben 50 ehrenamtliche Helfer für diese Aufgabe gewinnen können.“ In zwei Schichten werden sie im „Drive-in“ aktiv sein.

Wer künftig zum Einkaufen etwa in ein Modegeschäft möchte oder einen Museumsbesuch plant, muss einen Schnelltest vorweisen. „Der gilt maximal 24 Stunden nach Ausstellung“, sagte Neuhoff. In der Regel meldet sich der Testwillige über einen Code an und bringt seinen Personalausweis zum Datenabgleich mit. Aber auch ohne Anmeldung – wenn jemand zum Beispiel kein Smartphone hat – ist der Test möglich. Dann erfolgt die Datenaufnahme am Testcenter.

Ergebnis wird vor Ort auch ausgedruckt

Wer ohne E-Mail ist, kann auf sein ausgedrucktes Ergebnis warten. Alle anderen können ihr Ergebnis eine knappe halbe Stunde später über einen QR-Code abrufen. Aber: Selbst Leute ohne Personalausweis werden auf Wunsch getestet. Kurtz: „Wir schicken keinen weg.“

1000 bis 1500 Tests pro Tag auf zwei Spuren seien machbar. Auch eine Erweiterung sei möglich. Sascha Perepadya ließ sich ohne Voranmeldung testen. „Ich möchte meine Verwandten schützen, mache das jetzt regelmäßig.“ Sein Freund Niklas Bordihn hatte bereits einen Test: „Ich mache mein Freiwilliges Soziales Jahr und habe mit Behinderten zu tun.“

 Das Testergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor.
Das Testergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor. Foto: Frank Homann

Thomas Dordel war am Mittwoch auf einer Spur für die Auswertung zuständig. Der gelernte Notfallsanitäter: „Im Positivfall informieren wir den Getesteten und das Gesundheitsamt.“ Miriam Paulus, die das „Drive-in“ an der 66 leitet, sagte: „Bei Kindern machen wir den Nasenkurzabstrich, Erwachsene können sich über Hals oder Nase oder beides testen lassen.“ Für Kinder hält sie Gummibärchen bereit. So wird die Prozedur versüßt.