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Bad Honnef-Rhöndorf: Feuerwerk der Musik und Ehrung für Hans Leggewie

Würdigung für Hans Leggewie : Feuerwerk der Musik und Ehrung für „Mister Jazz“ in Bad Honnef

Das Jerry-Lu-Quartett ist zu Gast bei „Musik im Pavillon“ und bildet zudem den würdigen Rahmen der Würdigung von Club-Chef Hans Leggewie.

Hans Leggewie saß beim „Konzert im Pavillon“ mit seiner Frau Ingeborg auf dem Ziepchensplatz in der ersten Reihe. Und das war gut so: Bürgermeister Otto Neuhoff und Thomas Heyer ehrten die Club-Legende, bevor das Jerry-Lu-Quartett beim vierten Termin der Reihe so guten Jazz servierte, dass Kenner von einem „Jazz-Feuerwerk“ sprachen. Für „Mister Jazz“ Leggewie, in dessen Club Pseudonym einst Größen wie Chris Barber spielten, war das die perfekte Kulisse für seine Würdigung.

Neuhoff lobte den Einsatz Leggewies für den Jazz in Bad Honnef und ging auf die Geschichte um den Club Pseudonym ein. Der Sohn eines Spirituosenhändlers aus Oberkassel hatte den Club in einem alten Winzerkeller an der Austraße eröffnet. 350 Leute verfolgten damals die Musik. Der Bürgermeister hatte eine Episode parat. Schon vor dem ersten Konzert am 10. August 1963 hätte eine Anzeige vorgelegen, weil die Schankerlaubnis fehlte. Und der Notausgang endete im Kartoffelkeller. Der Stadtmitarbeiter war gnädig und beschied: „Wenn ich jung wäre, würde ich auch hierher kommen.“

 Mit einem Jazz-Feuerwerk begeistert das Jerry-Lu-Quartett bei „Musik im Pavillon“. Bürgermeister Otto Neuhoff (Foto rechts, r.) und Thomas Heyer (l.) würdigen die Verdienste von Jazzclub-Legende Hans Leggewie.
Mit einem Jazz-Feuerwerk begeistert das Jerry-Lu-Quartett bei „Musik im Pavillon“. Bürgermeister Otto Neuhoff (Foto rechts, r.) und Thomas Heyer (l.) würdigen die Verdienste von Jazzclub-Legende Hans Leggewie. Foto: Frank Homann

Musiker, die in der Beethovenhalle auftraten, holte Leggewie in seinen Club. Dessen Ruf wurde legendär, weit über Bad Honnef hinaus. Als 1973 die Petersbauten entstanden, fand Leggewie im alten Badehaus eine neue Bleibe. 1982 erfolgte der Umzug an die Linzer Straße – geblieben sind Gastfreundschaft, gute Getränke und gute Musik. Neuhoff und Heyer überreichten einen Bildband, ein signiertes Plakat vom Pseudonym, das heute Sammlerwert hat, und einen Haselnussbrand an Leggewie. Konzert-im-Pavillon-Mitorganisator Ernst Nellessen überreichte Ingeborg Leggewie eine rote Rose.

Es klingelte in der Spendenbox

Dann wünschte Jochen Axer, Chef des Jazz-Clubs King Georg in Köln, viel Spaß. In Zusammenarbeit mit ihm wurde die Jazz-Komponente „King Georg Open Air“ der Konzertreihe aufgestellt. Mit dem Jerry-Lu-Quartett gelang ein Volltreffer. Lu zählt als Pianist, Komponist und Arrangeur zu den größten deutschen Jazz-Talenten.

Mit seinen Mitstreitern Lennart Allkemper, Stefan Rey und Niklas Walter gelang ihm der unbestrittene Höhepunkt der bisherigen Konzertreihe. Der in Deutschland geborene Künstler verbrachte einige Jahre seiner Kindheit in China und begann im Alter von vier Jahren das Klavierspiel. Heute gehört er als mehrfach ausgezeichneter Jazzpianist zu den echten Könnern.

So beschwingt wie auf der Bühne klingelte es auch wieder in der Spendenbox für die Flutopfer. Hatten die Besucher beim letzten Mal am Ende 9080 Euro für einen Feuerwehrmann von der Ahr gesammelt, der alles verloren hat, so geht der Erlös diesmal an Katharina, eine 33 Jahre alte Mutter mit einem fünfjährigen Sohn, der an ADHS leidet. Sie haben alles verloren, Papiere, Kleidung, Möbel. Clemens und Elisa Chamai vom Restaurant Chamai, die täglich Essen ins Flutgebiet bringen, hatten Katharina kennengelernt.

Beim letzten Konzert hatten die Chamais ihre kompletten Einnahmen für den Feuerwehrmann gegeben. Diesmal sorgte Carsten Schmitz vom Restaurant Casalinga für lukullische Sterne, der Erlös geht an die junge Frau. Bäckermeister Peter Profittlich löschte mit Bäckerbier den Durst. Und zugunsten der Flutopfer war auch der Verkaufserlös von „Flutwein“, den Clemens Chamai mitgebracht hatte. Am Schluss der Konzertreihe soll der Überschuss für Flutopfer gespendet werden. „Wir feiern, wir hören Musik, aber wir denken an alle, denen es derzeit schlecht geht.“