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Bad Honnef: Supermarkt kann auf Penaten-Areal entstehen

Bauausschuss in Bad Honnef : Politik macht den Weg frei für einen Supermarkt auf dem Penaten-Areal

Planungsfehler und eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts hatten den Bau eines Supermarktes auf dem Penaten-Areal in Bad Honnef zu einem Ding der Unmöglichkeit werden lassen. Mehrere Beschlüsse des Bauausschusses am Donnerstagabend machen jetzt den Weg für einen Nahversorger in Rhöndorf frei.

„Ist das jetzt wirklich rechtlich belastbar?“, fragt Guido Leiwig von der SPD nochmal nach. Er will sicher sein, dass es nun mit dem Supermarkt in Rhöndorf klappt. „Wir versuchen, es jetzt richtig gut zu machen“, gibt Dirk Wiehe, Fachdienstleiter vom Bereich Stadtplanung, zur Antwort.

Mit mehreren Beschlüssen hat der Bad Honnefer Bauausschuss am Donnerstagabend die Weichen dafür gestellt, dass auf dem Penaten-Areal der seit Langem von Anwohnern gewünschte Supermarkt gebaut werden kann. Damit könnte ein jahrzehntelanges Hin und Her um die Bebauung der Brachfläche endlich ein Ende finden. Mit Blick auf noch erforderliche Planungen, Anträge, Gutachten und die damit verbundenen Fristen sagt Fabiano Pinto, Leiter des Fachbereichs Städtebau der Stadt Bad Honnef: „Ein Baubeginn ab 2024 wäre realistisch.“

Ende 2000 gingen in der Produktionsstätte von Johnson & Johnson in Rhöndorf die Lichter aus. Es war das Ende einer Ära in Bad Honnef und der Beginn eines Ringens um die künftige Bebauung des Geländes, das seit 2001 durch die Hände vieler Investoren ging. Am Mühlenweg wurden Häuser gebaut, eine Seniorenresidenz entstand und ein Bürokomplex, das Überbleibsel großer Pläne für einen Businesspark, der 800 Arbeitsplätze schaffen sollte.

Herzstück des Penaten-Areals seit Jahrzehnten unbebaut

Doch das Herzstück des Areals, auf dem sich einst die Produktionshallen befanden, liegt bis heute brach. 2004 wurde mit einer 1. Änderung des ursprünglichen Bebauungsplans Nr. 27 von 1977 die Grundlage für den Businesspark geschaffen. Das Vorhaben scheiterte. Eine 2. Änderung des B-Plans 2011 sollte einem mittlerweile neuen Investor den Bau von Wohnhäusern und eines großen Super- und Getränkemarkts ermöglichen.

Nachdem Anwohner gegen die Pläne klagten, weil die gesamte Bebauung als viel zu massiv empfunden wurde, stellte das Kölner Verwaltungsgericht Mängel fest. Die 2. Änderung wurde unwirksam. Damit war die 1. Änderung wieder gültig. Das Problem: Die sah zwar Wohnbebauung vor, machte den Bau eines Supermarktes, den sich die Rhöndorfer wünschten, aber unmöglich.

Mit den Beschlüssen am Donnerstagabend können die fehlerhaften Planungen der vergangenen Jahrzehnte aus dem Weg geräumt werden. Es wurde beschlossen, dass der ursprüngliche Bebauungsplan für das Werksgelände und die 2. Änderung aufgehoben werden sollen. Ein weiterer Beschluss gibt der Verwaltung nun die Möglichkeit, den „B-Plan, 1. Änderung“ so anzupassen, dass Einzelhandel und damit der Bau eines Supermarktes möglich ist. Außerdem wurde eine 3. Änderung des Bebauungsplans Nr. 27 beschlossen, die den Mühlenweg mit ins Plangebiet einschließt.

Einstimmigkeit bei Beschlüssen zum Penaten-Areal

„Wir Rhöndorfer und Rommersdorfer sehnen es herbei, dass wir einen Nahversorger bekommen, und zwar möglichst schnell“, sagt Hans-Heribert Krahe vom Bürgerblock in der Sitzung. Und bekam volle Zustimmung.

Überhaupt ging es diesmal beim Bauausschuss, der dafür bekannt ist, dass es gerne mal hoch hergeht, sehr einmütig zu. Alle Beschlüsse zum Penaten-Areal wurden einstimmig gefasst.

Dass nun schnell etwas passieren soll auf dem Herzstück des Penaten-Areals, spiegelte sich auch in der Dauer der Sitzung – sonst dauert es auch schon mehrere Stunden – wider: Nach rund 50 Minuten war es vorbei. „Als ich nach Hause gekommen, bin, hat mich meine Frau gefragt, was ich schon hier will“, witzelt Fabiano Pinto im Nachgang.