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Bad Honnef: Telekom verlegt Glasfasernetz

Glasfaserausbau in Bad Honnef beginnt : 390 Kilometer Kabel und 45 Verteiler für superschnelles Internet

An vielen Stellen in Bad Honnef muss dafür gebuddelt werden: Die Telekom hat mit dem Ausbau des Glasfasernetzes in Bad Honnef begonnen.

Seit gut einer Woche steht ein neuer „grauer Kasten“ an der Kreuzung Beueler Kreuz und Beueler Straße in Selhof – ein Vorbote für das neue „superschnelle“ Internet, das die ersten Haushalte und Unternehmen in Bad Honnef in Kürze nutzen sollen können. Anfang November hat die Telekom den Glasfaserausbau im ersten von insgesamt acht Clustern im Talbereich gestartet. Bis Ende 2023 verlegt das Unternehmen in Bad Honnef insgesamt 390 Kilometer Glasfaser-Kabel und errichtet 45 Verteiler.

„800 Meter Tiefbau liegen bereits hinter uns“, wie Projektleiter Konstantin Fertig berichtet. Vom grauen Kasten am Beueler Kreuz aus, einem Netzverteilerschrank, in dem alle Kabel zusammenlaufen, werden jetzt die ersten Hausanschlüsse im Umfeld montiert. In wenigen Wochen sollen die ersten Kunden schon mit bis zu 100 Gigabit pro Sekunde durchs Netz surfen können. Parallel starten in Kürze auch die Arbeiten in Cluster Zwei im Bereich der Innenstadt Richtung Rhein.

Ein Anschluss für 5600 Haushalte und 800 Firmen

Insgesamt sollen rund 5600 Haushalte und 800 Unternehmen in Bad Honnef einen Anschluss an das Glasfasernetz erhalten. Wer sich noch nicht entschieden hat, kann dies noch bis zum 31. Dezember kostenfrei tun. „Ich möchte jeden ermuntern, einen Hausanschluss herstellen zu lassen, auch wenn man das Glasfasernetz vielleicht erst später nutzen möchte“, sagte Bürgermeister Otto Neuhoff, der sich vor Ort über den Fortschritt der Bauarbeiten informierte.

Die Stadt sei bislang technisch gut aufgestellt gewesen. „Gut reicht aber nicht, um für die Anforderungen an Bandbreiten gewappnet zu sein, die durch den rasanten Wandel in Bildung, Arbeit und Freizeitnutzung des Internets entstehen.“ Der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur sei eine Investition in die Zukunft und auch ein Gewinn für den Klimaschutz, „da die alten Kupfernetze viel mehr Energie verbrauchen“.

Um jetzt oder später das Glasfasernetz nutzen zu können, müssen Hauseigentümer dem Anschluss zustimmen - und in Kauf nehmen, dass für die Anschlussarbeiten gegebenenfalls die Hauseinfahrt aufgebaggert werden muss. „Wir müssen nun mal an jedes Haus ran“, so Fertig. In der Regel seien die Anschlussarbeiten aber in einem Tag abgeschlossen. An der Bahnhofstraße muss die Glasfaser im Bereich des Gehweges in sogenannter „offener Bauweise“ verlegt werden; bis 16. Dezember steht darum nur der Fahrstreifen in Richtung Innenstadt zur Verfügung.

Rund 60 Zentimeter tief wird das Kabel im Erdreich verlegt. Ob das Anschlussrohr mit Hilfe einer sogenannten Erdrakete quasi unterirdisch ans Ziel gebracht werden kann oder ob ein offener Tiefbau notwendig ist, ist von den örtlichen Gegebenheiten wie der Bodenbeschaffenheit abhängig. Es sei aber gewährleistet, dass alles wieder so hergestellt wird, wie es vorher war. Dies stelle auch die städtische Bauüberwachung sicher, so Neuhoff.

Andreas Schulz, Leiter des Infrastrukturbetriebs West bei der Telekom, wirbt dafür, die kostenlose Möglichkeit zu nutzen: „Sonst haben wir so etwas wie eine Autobahn ohne Abfahrten.“ Zumal die Telekom ein offenes Netz installiert, das heißt, es besteht kein Zwang, einen Vertrag bei der Telekom abzuschließen. „Natürlich kann die Immobilie auch später noch angeschlossen werden. Das muss dann aber aus der eigenen Tasche bezahlt werden und kostet 799 Euro“, so Telekom-Regionalmanager Marco Lohmeier. Das Ziel der Stadt, mindestens 1500 Haushalte anzuschließen, ist schon erreicht. Dafür wird die Telekom nun 1500 Bäume für den Bad Honnefer Stadtwald spenden.

Weitere Infos unter www.telekom.de/glasfaser