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Fehlender Brandschutz: Bauaufsicht sperrt Feuerschlösschen in Bad Honnef

Fehlender Brandschutz : Bauaufsicht sperrt Feuerschlösschen in Bad Honnef

Das denkmalgeschützte Gebäude wird bislang vom Städtischen Siebengebirgsgymnasium genutzt. Dass nun die Räume wegfallen, bringt die Schule in Not. Die Politik diskutiert seit Längerem auch über einen Neubau.

Vor zwei Monaten beschwor Frank Beckmann, Leiter des Technischen Gebäudemanagements der Stadt, das Szenario bereits herauf: Eine Nutzung des Feuerschlösschens über 2018 hinaus sei nicht garantiert, sagte er seinerzeit im Schulausschuss. Daraus ist mittlerweile bitterer Ernst geworden.

Auf Anordnung der Bauaufsicht sind das erste Ober- und das Dachgeschoss des denkmalgeschützten Gebäudes gesperrt. Grund ist der unzureichende Brandschutz, der eine Nutzung durch die Schule eigentlich seit Längerem hätte ausschließen müssen. Die Raumnot am Städtischen Siebengebirgsgymnasium (Sibi) hat damit eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Der Ausschuss beauftragte daher die Verwaltung am Dienstag einstimmig, in Abstimmung mit der Schule kurzfristig Abhilfe zu schaffen. Wie das aussehen kann, ist offen. Eine vorübergehende Nutzung von Räumen in der Konrad-Adenauer-Schule am Rheingoldweg schließt das Sibi aus.

„Das wurde kategorisch abgelehnt“, so Schulamtsleiter Norbert Grünenwald. Eine Lösung, bei der Schüler die Räume wechseln müssen, sei weder organisatorisch, noch versicherungstechnisch machbar, sagte Vize-Schulleiter Armin Ritter dem GA. Das Sibi arbeitet nach dem Lehrerraumprinzip. Vor diesem Hintergrund war auch eine Lösung mit zwei Schulstandorten schon ad acta gelegt worden. So wie es ist, kann es aber keineswegs bleiben.

Instandsetzung des Denkmals kostet rund zwei Millionen Euro

Das Feuerschlösschen, so weiß man, muss instand gesetzt werden. Schließlich handelt es sich um ein Denkmal. Entsprechende Haushaltsmittel – rund zwei Millionen Euro – sind im Entwurf des Doppelhaushaltes 2019/2020 vorbehaltlich einer Entscheidung der Politik schon vorgesehen. Vor allem braucht die Schule akut Hilfe.

„Alle Räume sind bis unter die Dachlatte voll. Ich denke mit Schrecken an die Abiturzeit, wenn ein Trakt für die Prüfungen gesperrt werden muss“, so Ritter. Dem Sibi fehlten durch die Sperrung jetzt weitere fünf Räume. Und auch die Hausaufgabenbetreuung des „Sibi plus“ mit aktuell 60 Kindern wurde von jetzt auf gleich heimatlos.

Dank eines beispiellosen Spagats der Schule, so Silke Kornstädt vom „Sibi plus“-Träger Stadtjugendring im Ausschuss, habe sie ins Hauptgebäude umziehen können. Nutzbar im Feuerschlösschen bleibt nur das Erdgeschoss, das in der Vergangenheit schon entsprechend den Vorschriften ausgestattet worden war.

Für die Umsetzung von G9 würden der Schule 16 Räume fehlen

Nicht nur die Schule wurde von der Sperrung kalt erwischt. Im September hatte es noch geheißen, Ausweichlösungen müssten erst bis etwa Februar vorhanden sein. Auch der Ausschuss hatte vorerst eigentlich nur die Ergebnisse eines Workshops zur Raumplanung im Feuerschlösschen auf der Agenda, was auch zu Kritik führte (siehe Kasten).

Gutachter Guido Scharnhorst-Engel hatte im September das Defizit auf acht Räume beziffert, ein angemessenes Selbstlernzentrum nicht eingerechnet. Kehre die Schule zu G 9 zurück, und eine Entscheidung darüber steht laut Ritter in dieser Woche an, fehlten allerdings 16 Räume, davon elf Unterrichtsräume, und alles in allem 1000 Quadratmeter.

Im Workshop erarbeitet wurde ein Modell, nach dem im Erdgeschoss des Feuerschlösschens das Selbstlernzentrum, im Hanggeschoss das „Sibi plus“ und in den oberen Etagen sowie durch Umschichtungen vier große Unterrichtsräume geschaffen werden könnten. „Das Feuerschlösschen ist bislang nicht ausreichend genutzt“, so der Gutachter. Allerdings: Das gesamte Defizit sei dadurch nicht zu beheben, „dieses Raumprogramm kann nicht auskömmlich sein“.

Ritter: „Vier Unterrichtsräume zusätzlich helfen ein wenig, aber unser Raumproblem ist damit nicht gelöst.“ Er sei froh, wenn jetzt kurzfristig etwas passiere. Zugleich sei das Problem „seit Jahren bekannt, und man muss endlich etwas auf den Weg bringen“. Seine persönliche Meinung: „Man muss das vom Ziel her denken. Für eine attraktive Schule braucht es nicht nur gute Lehrer, sondern auch gute Arbeitsbedingungen.“