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"Bad Honnef tanzt": Bereit für das Festival

"Bad Honnef tanzt" : Bereit für das Festival

Einmal in der Woche gibt es für sieben Grundschulklassen aus ganz Bad Honnef und Rheinbreitbach eine besondere Abwechslung vom üblichen Stundenplan. Die Mädchen und Jungen tanzen.

Und das ganz unabhängig davon, ob sie es vorher schon mal probiert haben und ob sie normalerweise von der bewegungsfreudigen oder eher -muffeligen Seite sind. Die Kinder nehmen Teil an „Bad Honnef tanzt“. Derzeit läuft die vierte Auflage des Großprojekts von Leiterin Anna-Lu Masch. Die 27-jährige Tänzerin und Choreografin berichtete jetzt im Rathaus - Bürgermeister Otto Neuhoff obliegt die Schirmherrschaft - über die Vorbereitungen für das Tanzfestival im Juni.

Seit dem ersten „Bad Honnef tanzt“ 2012/2013 ist das Projekt des Stadtjugendrings stark gewachsen. Neben den Grundschulen sind auch Kindergartenkinder, die zehnte und die Flüchtlingsklasse der Konrad-Adenauer-Sekundarschule und blinde sowie körperlich und geistig behinderte Kinder von Schulen in Neuwied sowie Senioren dabei.

Kinder sollen eigene Ideen entwickeln

Vier Tanzpädagogen, die sich für das Projekt engagieren, arbeiten seit September mit den Mädchen und Jungen in ihren Schulen - während des Unterrichts. „Bis Weihnachten lief das Basistraining. Seit Anfang des Jahres sind wir dabei, unsere Auftritte zu gestalten, sitzen an der Musik und dem Bühnenbild und üben ganz viel“, erzählt Masch. Dabei leiten die Profis die Kinder an, eigene Ideen zu entwickeln. Daraus wiederum gestalten die Fachleute zusammen mit den jungen Tänzern die Theaterstücke. Sie setzen sich inhaltlich mit dem Thema „Menschenrechte“ auseinander, das Motto lautet „Come together“.

Alle 300 Teilnehmer zwischen vier und 98 Jahren stehen im Juni gemeinsam auf der Festivalbühne in der Menzenberger Halle in Bad Honnef (Termine siehe Kasten). Dieser große Rahmen – die Halle fasst rund 1400 Zuschauer - mit Lichttechnik, Musik und vielen Betreuern bedeutet eine besondere Wertschätzung für die Kinder. Nicht nur die Familien der auftretenden Mädchen und Jungen sitzen im Publikum. Das Festival ist mittlerweile bundesweit bekannt und bringt auch Gäste von außerhalb in die Stadt.

„Mit dem Tanzen stärken die Kinder das Gefühl für den eigenen Körper“, erklärt Masch, die mit ihrem Mann und drei Söhnen in Bad Honnef lebt. Der wöchentliche, kostenlose Tanzunterricht in der Schule bringe nicht nur jedem Kind persönlich etwas, sondern verbessere auch das Klassenklima. „Die Mädchen und Jungen lernen sich jenseits der manchmal schon eingespielten Rollen neu kennen“, so die gebürtige Österreicherin.

Ehrenamtliches Engagement

Das Ziel der Chefin und ihres Teams ist es, dass jedes Bad Honnefer Kind während seiner Schullaufbahn einmal an dem Projekt teilnimmt. Das unterstützt auch Bürgermeister Neuhoff. Doch beide wissen, dass dies auch von der Finanzierung abhängt. „Alles in allem brauchen wir für das ganzjährige Projekt 90000 bis 100000 Euro“, erklärt Masch. An Bezahlung für die Tanzpädagogen bleibt da nicht sonderlich viel, manches läuft über ehrenamtliches Engagement. „Jedes einzelne Kind ist für mich eine Motivation. Es ist toll, wenn Mädchen und Jungen, die sich eigentlich nicht gerne bewegen, auf einmal anfangen zu tanzen“, sagt die 27-Jährige.

Ein großer Teil des benötigten Geldes kommt aus Fördertöpfen des Landes Nordrhein-Westfalen, auch aus Rheinland-Pfalz, vom Bund, der Stadt sowie der Bürgerstiftung gibt es etwas. Hinzu kommen lokale Unternehmen, von denen sich Masch noch weitere als Unterstützer wünscht. Das würde auch den Bad Honnefer Verwaltungschef freuen. Denn die Kasse seiner Stadt ist mehr als klamm und das Projekt für ihn von großem Wert – „ein kulturelles Markenzeichen der Stadt“ nennt Otto Neuhoff es.