Besuch im Wohnmobilpark Boris Becker in Bad Honnef: Arm in Arm mit der Tennislegende

Bad Honnef · Um die „lebende Legende“ Boris Becker zu sehen, zog es zahlreiche Fans am Wochenende in den Wohnmobilpark in Rottbitze. Wer ein Autogramm oder Selfie wollte, musste allerdings geduldig sein. Warum der einstige Tennisprofi trotzdem beim Publikum punktete - und wie er über die Fußball-EM denkt.

Dem Star Boris Becker ganz nah kommen: Diese Chance nutzen die Fans beim Besuch in Rottbitze.

Dem Star Boris Becker ganz nah kommen: Diese Chance nutzen die Fans beim Besuch in Rottbitze.

Foto: Frank Homann

Spiel, Satz, und Sieg für Boris Becker: Die lebende Tennislegende gewinnt immer noch, und braucht dafür noch nicht mal einen Schläger in die Hand zu nehmen. Am Samstag war der frühere Weltranglistenerste Stargast beim Aktionswochenende des Wohnmobilparks in Rottbitze. Zuerst punktete er dort in einer Talkrunde mit Sky-Moderator Riccardo Basile als durchaus kompetenter Gesprächspartner nicht nur in Sachen Tennis, sondern auch was den Lieblingssport der Nation, den Fußball, angeht. Dann gewann er die Sympathien der Besucher, indem er geduldig Autogramme gab und in unzählige Handykameras lächelte.

Ausgedruckte Fotos der „lebenden Legende“

Boris Becker im Wohnmobilpark
15 Bilder

Boris Becker zu Gast in Bad Honnef-Rottbitze

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Bei der Generation 50plus scheint „Bobbele“ auch heute noch – 25 Jahre nach seinem Karriere-Ende, nach zahlreichen Negativ-Schlagzeilen und einer Gefängnisstrafe – viele Fans zu haben. Viel der Besucher, die auf den Bänken auf dem provisorischen „Center Court“ in der Ausstellunghalle des Wohnmobilhändler Platz genommen hatten, saßen wahrscheinlich schon bei Beckers erstem Wimbledon-Sieg 1985 gebannt vor den Fernsehern. Manche hatten sogar Fotos von dem Triumph aus dem Internet ausgedruckt, um sie von ihrem Idol signieren zu lassen. Wie Harald Wiencek, bekennender Camping-, Tennis- und Boris-Fan aus Köln begründete es so: „Boris ist nun mal eine lebende Legende. Was er für den Tennissport, insbesondere den in Deutschland, erreicht hat, hat nach ihm keiner mehr geschafft.“ Die Frage nach den Verfehlungen wischt er mit einer Handbewegung beiseite: „Er hat dafür gebüßt. Also soll man ihn damit in Ruhe lassen.“

Der Spitzensportler hinkt erst einmal zurück ins Separee

Wiencek musste eine Weile ausharren, um endlich das begehrte Sefie mit seinem Star zu ergattern. Um 11.30 Uhr sollte die Talkrunde ursprünglich beginnen, 15 Minuten setzte sich von den Geschäftsräumen auf der Empore aus ein kleiner Tross in Bewegung. Etwas mühsam hinkt der ehemalige Spitzensportler die Treppe herunter - und kurz darauf auch schon wieder hinauf, um abermals im Separee zu verschwinden. Möglicherweise hatten sich schlicht und einfach noch nicht genügend Besucher auf dem grünen Kunstrasenteppich vor der kleinen Bühne eingefunden. Also hieß es wieder warten. Die Zeit vertrieb man sich derweil mit Fachsimpelei über Wohnmobile und dem Teilen von Erinnerungen an die Zeiten, als Becker noch einen Gegner nach dem anderen ins Aus katapultiere. „Damals sind alle auf die Tennisplätze geströmt“, erinnert sich ein grauhaariger Herr und vertraut seinem Nachbarn an: „Ich spiele jetzt nicht mehr - Hüfte“. „Hüfte“ hat übrigens auch Boris Becker, „Knie“ ebenfalls und obendrein auch noch „Sprunggelenk“ – die Sportkarriere hat Spuren hinterlassen, sichtbar.

Becker: EM-Finale Deutschland-Italien könnte erste Ehekrise auslösen

Um 12 Uhr waren dann alle Bänke besetzt. Bis es ran an die Autogramme ging, war abermals Geduld gefragt: Ganze 45 Minuten plauderte Becker mit dem Sportmoderator. Man erfuhr dabei unter anderem, dass er ein „großer Fan von Freiheit und unbegrenzten Reisemöglichkeiten“ ist, dass er optimistisch ist, was das Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Heim-EM angeht, und dass er hofft, dass es im Finale kein Zusammentreffen zwischen Deutschland und Italien gibt. Denn: „Ich glaube, das gäbe die erste Ehekrise.“ Erst vor Kurzem war publik geworden, dass Becker sich mit der Italienerin Lilian de Carvalho Monteiro verlobt hat. Beide leben bereits seit einiger Zeit in Mailand zusammen.

Die Talkrunde ist beendet. Umgehend bildet sich eine lange Schlange – anstehen fürs Autogramm und fürs Foto. Wiencek hat sich weit vorne einreihen können. Kurz darauf ist das Bild im Kasten. „Ist das nicht stark“, findet der Kölner und hält der Reporterin das Handykamera unter die Nase: Arm in Arm mit Boris Becker. „Das wird auf jeden Fall ausgedruckt.“ Für ihn hat sich der Ausflug in den Wohnmobilpark mehr als gelohnt, auch ohne ein rollendes Zuhause gekauft zu haben.

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