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Brand in Realschule in Bad Honnef: Polizei geht von Brandstiftung aus

Dachstuhl in Bad Honnef ausgebrannt : Polizei geht nach Brand in alter Realschule von Brandstiftung aus

Die böse Vorahnung hat sich bestätigt: Nach dem Großbrand im ehemaligen Gebäude der Erzbischöflichen Real- und Gesamtschule Sankt Josef in Bad Honnef geht die Polizei eindeutig von Brandstiftung aus.

Untersuchungen der Experten der Kriminalpolizei sowie eines externen Sachverständigen hätten bestätigt, dass der Brand im Dachstuhl des leer stehenden Gebäudes an mehreren Stellen gleichzeitig ausgebrochen ist, so Polizeisprecher Robert Scholten auf GA-Anfrage. Die Polizei bittet erneut Bürger, Beobachtungen zu melden. Auch auf den ersten Blick gänzlich unverdächtige Vorkommnisse ab dem späten Nachmittag oder frühen Abend am Dienstag, 15. Dezember, könnten in Zusammenhang mit dem späteren dramatischen Geschehen stehen.

Wie berichtet, war die Feuerwehr am Dienstag um 19.33 Uhr alarmiert worden. Als die Wehr am Ort des Geschehens eintraf, stand der Dachstuhl des Gebäudes, das aktuell abgerissen wird, bereits im Vollbrand. 265 Einsatzkräfte, darunter 202 Feuerwehrleute der Freiwilligen Wehren aus Bad Honnef, Rheinbreitbach, Königswinter-Altstadt und -Uthweiler sowie Bonn-Beuel, gingen über Stunden gegen die Flammen vor. Auf dem Gelände an der Ecke von Rommersdorfer- und Bismarckstraße kamen unter anderem vier Drehleitern zum Einsatz. Immer wieder lösten sich Teile vom brennenden Dach, eine gefährliche Situation für die Retter. Um Passanten fernzuhalten, war das Areal durch die Polizei aber weiträumig abgesperrt. Ein Übergreifen auf die teils enge Nachbarbebauung und den angrenzenden Neubau der Schule, der erst in den Herbstferien bezogen worden war, konnte die Wehr verhindern. Die Feuerwehr war die ganze Nacht vor Ort, um eventuell wieder aufflammende Brandnester sofort abzulöschen. Endgültig beendet werden konnte der Einsatz erst nach 19 Stunden.

Danach schlug die Stunde der Brandermittler, die auch Hinweise der Wehr aufgriffen, so Scholten: „Die Feuerwehrleute haben eine sehr gute Wahrnehmung, was Brandstellen angeht.“ Die Vermutung, dass ein Feuerteufel am Werk gewesen sein könnte, fanden bei ihren Begehungen und Untersuchungen auch die Experten der Kriminalpolizei bestätigt: Nicht nur an einer, sondern an mehreren Stellen war das Feuer ausgebrochen. Ein Sachverständiger, der ebenso wie die Staatsanwaltschaft schon am Mittwoch vor Ort war, gab in seinem Gutachten eine weitere Bestätigung.

Konkrete Hinweise darauf, wer in dem alten Gebäude gezündelt hatte und damit fast eine Katastrophe ausgelöst hätte, gebe es noch nicht, so Scholten. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf diese Richtung, zumal ein technisches Problem ausgeschlossen werden könne: Untersuchungen hätten ergeben, dass sämtliche Leitungen in dem entkernten Gebäude entfernt oder vom Netz genommen waren.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Das ehemalige Realschulgebäude in <a href="https://twitter.com/hashtag/BadHonnef?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#BadHonnef</a> ist am Dienstagabend in Brand geraten. Die Feuerwehr ist aktuell mit einem Großaufgebot vor Ort. <a href="https://t.co/ykImxgiehU">pic.twitter.com/ykImxgiehU</a></p>&mdash; General-Anzeiger (@gabonn) <a href="https://twitter.com/gabonn/status/1338933259745562627?ref_src=twsrc%5Etfw">December 15, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Hoffnung setzt die Polizei auf Zeugen, schließlich handele es sich um eine schwere Straftat, die es aufzuklären gelte. Scholten: „Dort sind viele Passanten unterwegs. Vielleicht hat jemand ein Geräusch gehört oder eine Beobachtung gemacht und ihr zunächst keine Bedeutung beigemessen.“ Hinweise an die Kriminalpolizei unter 0228/150.